Workshop: Long Slow Deep mit Bryan Kest

Workshop-Bryan-Kest-Diana-Yoga

Mit vielen neuen Erlebnissen und Erkenntnissen wende ich mich wieder der Online-Welt zu.

Auch wenn mich Einige jetzt für ein wenig verrückt halten, bin ich extra ein paar Tage früher aus dem Urlaub zurück gekommen, um an einem Workshop mit Bryan Kest, dem Begründer des Power Yoga und einem der beliebtesten Yogalehrer aus Los Angeles, teilzunehmen. Für mich ein absolutes Muss! Ich kam bereits im letzten Jahr schon in den Genuss und den wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.

Von allen angebotenen Workshops habe ich mich für „Long Slow Deep“ entschieden und war dort goldrichtig aufgehoben.

Aufgrund des großen Erfolges im letzten Jahr, wurden die Yogamatten noch ein wenig enger platziert. Und damit es gar nicht erst zu Stress kommt, wurde der Boden mit Klebeband zu vorbereitet, dass jeder wusste, wie er seine Yogamatte zu platzieren hatte. Äußerst simpel aber unglaublich wirksam.

Als Bryan zu Tür rein kam, drehten sich wie von selbst 80 Köpfe zur Tür und starrten fasziniert auf den gutaussehenden Mittvierziger, der sich lässig in die großen Kissen im Fenster sinken lässt.

American Style und 31 Jahre Yoga-Erfahrung prallen hier aufeinander, bzw. verschmelzen auf einzigartige Weise. Er selbst behauptet von sich, dass er den Begriff „Power“-Yoga“ falsch gewählt hat. Er wundert sich ein wenig, warum gerade die schnellen Yoga-Richtungen, wie z.B. Power-Yoga, Vinyasa-Yoga, Ashtanga-Yoga, Jivamukti-Yoga so beliebt sind, wo wir doch immer so gestresst und busy sind.

Es liegt an der Tatsache, dass wir erst merken, dass wir gestresst und ausgelaugt sind, wenn wir runterkommen, bzw. es versuchen. Die Angst davor ist größer, also drehen wir weiter in unserem Hamsterrad.

Er stellte interessante Fragen, z.B. „das wichtigste im Yoga ist eine regelmäßige am besten tägliche Praxis. Doch wie soll man das durchhalten, wenn man sich jedes Mal bis zum äußersten pusht?“

Ja, da ist was dran, dachte ich als ich es mir in der Kindshaltung (Balasana) gemütlich machte. Beruhigt durch seine ruhige Stimme, verschmolz ich nach kurzer Zeit mit meinem Atem.

Als mir nach einer weile stillen Verharrens, etwas langweilig wurde, kam seine Stimme aus dem Off und erklärte, dass man tatsächlich alles richtig macht, wenn der Punkt erreicht ist, dass einem langweilig wird. Na prima, dachte ich und schwups schalteten sich meine Gedanken wieder ab.

Von der Kindshaltung ging es „very slow and gently“ in den ersten und einzigen herabschauenden Hund (Adho Mukha Svanasana) des ganzen Workshops. Und von dort in die weite sitzende Vorbeuge (Upavista Konasana).

Und das alles ganz ohne Warm-Up und Sonnengrüße? Werden sich jetzt vielleicht einige fragen. Ja! Warum sollte man „warm“ genug sein, um den Sonnengruß machen zu können aber nicht „warm“ genug, für eine sitzende weite Vorbeuge? fragte Bryan in die Runde. „Es gibt keinen Grund, geht einfach nicht so weit in die Haltung hinein“, beantwortete er die Frage für uns.

Und wer bis jetzt noch nicht wusste, was Long Slow Deep bedeutet, dem wurde das nun ganz schnell klar, denn nun hielten wir jede Haltung für 2 Minuten. Wer 5 Sekunden ein und 5 Sekunden ausatmet, für den waren dies 12 Atemzüge.

Er betonte mehrfach, dass nicht die Intensität, bzw. die Dehnung entscheidend ist, sondern man sich in diesen 2 Minuten, nicht mehr bewegt, so wie in der Meditation.

Er beobachte, dass einige anfingen zu zappeln und zwischendurch schnell noch den einen oder anderen Fussel von der Yogamatte wischten. Die „Ermahnung“ mit logischer Erklärung folgte auf dem Fuße. „Wer das tut, wird nie die Vorteile einer Yoga-Haltung wirklich erleben können. Ihr bringt euch sozusagen um das beste im Yoga!“

„Ziel ist es, sich vorher Gedanken machen, wie weit ihr in eine Haltung wirklich gehen könnt, um diese dann regungslos für 2 Minuten zu halten und ohne die intensive Atmung zu verlieren. Und so bringen bewusste 75% weit mehr Vorteile als unruhige 100%“, gab er uns als Tipp.

„Wir machen heute jede Übung nur ein einziges Mal (pro Seite), also nutzt die Chance um sie gleich „richtig“ zu machen“, riet er uns.

Die Yogaübungen waren nicht kompliziert und auch für Yoga-Anfänger durchaus machbar, doch die Intensität war enorm. Den Höhepunkt erlebten wir mit der sitzende Vorbeuge (Paschimottanasana), die wir ganze 10 Minuten gehalten haben.

Um uns die Zeit etwas zu versüßen erzählte er, „dass er noch keine Yogaklasse erlebt hätte, die „easy“ ist. Gerade Übungen, die einem nicht so bekannt sind oder auf eine Problemzonen hinweisen, erweisen sich als schwierig. Doch jede Yogaübung hat auch etwas Süßes, das gilt es zu erforschen. Als Beispiel nannte er eine Massage. Ja, es tut weh, wenn die Masseurin, die verspannten Muskeln mit starken Griffen versucht zu lösen, doch hat es doch immer auch etwas Süßes, wenn der Muskel von mal zu mal etwas nachgibt“.

Und man glaubt es kaum, sind mir die 10 Minuten vorgekommen wie 2 Minuten.

“When I’m practicing “Long Slow Deep” I get lost in my own breathing, I forget my name and I forget my opinions and I littely become free!”

Schöner hätte ich das Schlusswort auch nicht formulieren können. Denn auch ich fühlte mich nach Savasana „free“ (siehe Foto). Eines ist mir schon jetzt klar, nächstes Jahr bin ich bei Bryan wieder mit dabei.

Namasté
Eure Diana

Ähnliche Artikel:

4 Kommentare
  1. Holger
    Holger says:

    … Du siehst echt sooo glücklich aus auf dem Photo . das allein ist schon Werbung für Dich. Brian ist nächste Woche in München, ich versuch irgendwie da hinzukommen. Viele liebe Grüße
    Holger

  2. Diana
    Diana says:

    Hallo liebe Marion,

    das freut mich wirklich sehr 🙂
    Mir macht das Schreiben auch wirklich Spaß und noch besser, wenn es gerne gelesen wird!
    Nächstes Wochenende habe ich die Ehre Madonnas Yogalehrer Duncan Wong kennenzulernen. Du und alle anderen dürft also gespannt sein 😉

    Om Shanti
    Diana

  3. Marion
    Marion says:

    Heute Morgen, im Stau auf dem Weg zur Arbeit, habe so darüber nachgedacht, dass Deine Newsletter mir wirklich fehlen. Was für eine Segen, dass heute eine Nachricht kam und dann noch eine so ausführliche. Danke für Deinen Erlebnisbericht

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Baron Baptiste, Seane Corn, Jason Crandell, John Friend, Sharon Gannon & David Life, Gurmukh, Bryan Kest, Shiva Rea, Dharma Mittra, David Swenson, Rodney Yee und viele viele […]

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.