Ist Yoga spirituell oder was macht Yoga spirituell?

Ist Yoga spirituell

Es gibt zig verschiedene Yoga-Richtungen. Von eher ruhig bis dynamisch, von eher akrobatischen Haltungen zu ganz einfachen, die dafür länger gehalten werden. Die Bandbreite ist groß und wirklich für jeden ist etwas dabei. Das bedeutet aber auch, dass jeder eine ganz individuelle Vorstellung von Yoga hat.

Ich wurde nun schon öfter gefragt, ob ich eher „das“ spirituelles Yoga mache oder das sportliche?
„Was meinst Du mit spirituell?“, frage ich dann immer erst mal nach, teils aus Neugier und manchmal auch ein bisschen aus Provokation 😉 Meist kommt dann ein kurzes unsicheres und verhaltenes Schweigen und dann ein „na ja, so esoterisch halt“.

Für manche ist allein das Singen von Om schon ein sicheres Zeichen für Spiritualität, zumindest war das mein Indikator am Anfang. Für manch andere sind es vielleicht die meist weißen Kleider beim Kundalini-Yoga. Und wenn ich von Meditation oder gar dem Yoga Sutra erzähle, werde ich meist irritiert angeschaut, so als käme ich direkt vom Mond.

Meistens liegt das schlicht an Unsicherheit oder auch Unwissenheit. Wenn ich dann ganz entspannt erkläre warum man zum Beispiel das Om am Anfang und/oder am Ende der Stunde chantet und was es mit der Meditation auf sich hat, sehe ich ganz oft wie sich anfängliche Abneigung und das große Fragezeichen in Interesse oder Neugier wandelt.

Für mich persönlich bedeutet Spiritualität den Blick für die Welt als Ganzes zu bekommen. Alles was ich in meiner kleinen „Welt“ tue, hat immer auch eine Auswirkung auf die gesamte Erde. Also sollte ich mir vorher Gedanken darüber machen, welche Reaktionen folgen könnten.

Ein weiterer Aspekt ist der Blick ganz tief in mich hinein. Der, der mich wissen lässt, ob das was ich tue mir gut tut und ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Viele Leute haben genau davor unglaubliche Angst und verschließen lieber ihre Augen.

Spiritualität ist etwas, dass wir nicht sehen und greifen können. Es ist eher etwas was wir spüren. Etwas, dass sich über längere Zeit entwickelt, wenn wir es zulassen.

Durch Yoga und vor allem durch die Meditation werden Bewusstsein und Achtsamkeit geschult. Nicht nur, dass wir mit unserem Körper achtsamer und bewusster umgehen, sondern auch mit unseren Mitmenschen.

Ich möchte Dir die Angst vor der Spiritualität nehmen und Dich dazu ermutigen immer dann wenn Dir etwas komisch vorkommt, oder Du etwas nicht nachvollziehen kannst – frag nach. Frag Deine Yogalehrer, andere Yogi(ini)s oder gerne auch mich, damit sich erst gar keine Vorurteile manifestieren können.

Die Frage, ob und wie stark Yoga spirituell ist, entscheidet jeder für sich selbst. Yoga kann immer nur so viel für Dich tun, wie Du auch zulässt.

In diesem Sinne viel Spaß auf der Suche nach Deiner individuellen Spiritualität.
Deine Diana

Bildmaterial: ©Yvonne Prancl@fotolia.com

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1 Antwort
  1. Tanja
    Tanja says:

    Hallo Diana,

    für mich heißt „spirituelles Yoga“, dass der Yogalehrer sich in seinen eigenen Egothesen verzettelt, die weder belegbar sind, noch irgendwie zum positiven Gelingen der Stunde beitragen. Zum Beispiel wie heute gehört: „Wenn Ihr ein trainiertes Becken habt, dann könnt Ihr euren materiellen Reichtum mehren“ oder: „Diese Übung regt Euer gesamtes Knochensystem zum Nachwachsen an“. Wozu sollen solche Bemerkungen denn gut sein?

    Wenn Yoga gut für uns ist, und das ist es, dann ist es in jedem Fall gut für uns, auch ohne dass uns jemand erklärt, dass es gut für uns ist. Für mich also um so mehr, je weniger ich mir währenddessen mit der subjektiven Weltsicht von jemandem befassen muss. Denn dann gelange ich (wie Du es oben so schön ausführst) zu meiner eigenen Achtsamkeit, zu meiner eigenen Meditation und zu meinem eigenen Bewusstsein. Wäre schön, wenn so mancher Yogalehrer seinen Schülern diesen Raum zurückgeben würde. Solche Yogalehrer finde ich z.B. am ehesten beim „sportlichen Yoga“. ;o)

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