Indiens Regierung wehrt sich gegen „Yoga-Patente“

Yoga-Patente

Unter dem Titel „innere Ruhe“ berichtete die Süddeutsche Zeitung, wie sich Indiens Regierung gegen das „wilde“ Geschäftemachen mit Yoga, der jahrtausend alten, indischen Lebensphilosophie, wehrt.

Den Anlass für die Aufregung gab der in Amerika lebende Inder Bikram Choudhury, der sich das von ihm erfundene Bikram Yoga hat patentieren lassen. Beim Bikram-Yoga werden 26 „reguläre“ Yoga-Übungen in einer ganz bestimmten Abfolge und bei einer Raumtemperatur von ca. 38° Grad geübt. Jeder, der diese Art von Yoga anbietet und nicht von ihm ausgebildet wurde, bekommt von einem seiner Anwälte eine saftige Abmahnung zugestellt. Wer Patanjali’s Yamas und Nyamas kennt und versucht danach zu leben, dem dürfte eigentlich Nichts ferner liegen als das.

Dieses Vorgehen ist bis nach Indien vorgedrungen und wer mag das bezweifeln, auf enorme Ablehnung gestoßen. Damit nicht noch weitere Superyogis auf die Idee kommen sich spezielle Yoga Übungen oder Sequenzen als ihre ganz neue und hippe Yoga-Richtung sichern zu lassen, werden nun in Indien erste Gegenmaßnahmen entwickelt. Allein in den USA gibt es inzwischen schon mehrere hundert Patente auf Yoga.

Wie geht die Regierung Indiens nun vor: Im ersten Schritt hat sich eine Taskforce aus je 10 Yoga-Meistern und -Experten gebildet, die nun bereits seit 4 Jahren, Asanas aus den alten Schriften heraussuchen und diese in die wichtigsten Weltsprachen übersetzen.

Bisher haben sie bereits 900 Yoga-Übungen gesammelt und diese in der Traditional Knowledge Digital Library“ (TKDL) festgehalten.

„Yoga ist ein Bewegungsablauf, da reicht Text nicht.“ sagt der Leiter Vinod Kumar Gupta in einem Zitat der Süddeutschen Zeitung. Damit erst gar keine Zweifel auftauchen, werden daher seit Januar 2010 nun auch die entsprechenden Yoga-Videos dazu erstellt. Das Ziel ist es, bis Juli 2010 bereits 250 Videos erstellt zu haben.

Ob das am Ende tatsächlich funktioniert bleibt noch offen. Tatsache ist, dass hier yogische Gelassenheit und Disziplin (Tapas) gefragt ist, denn laut einigen Yoga-Schriften gibt es 84.000 Asanas.

Den gesamten Artikel könnt Ihr unter: www.sueddeutsche.de lesen.

Namasté
Diana

Bildquelle: ©Bersanelli – Fotolia.com

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