Ist Ayurveda eigentlich vegetarisch im Sinne des Yoga?

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Wer das Wissen vom Leben hat, dem steht ein langes und gesundes Leben bevor. Zumindest ist das die Philosophie, die hinter der jahrtausendealten Gesundheitslehre Ayurveda aus Indien steht.

Jeder kann nach ayurvedischen Gesichtspunkten leben, ganz gleich woher er kommt und welcher Religion er angehört.

Neben Yoga ist die richtige Ernährung einer der wichtigen Aspekte. Hinzu kommen Atmung, Kräuterheilmittel, Panchakarma-Kuren zur Entschlackung und Massagen.

Laut Ayurveda sollte man sein Leben und die Ernährung an die Lebensabschnitte, Jahreszeiten und auch Tageszeiten anpassen. Wer abends schon mal richtig fett und deftig gegessen hat wird sich erinnern, wie lange das im Magen rumort und man ggf. wach im Bett liegt.


Im Yoga steht die Gewaltfreiheit (Ahimsa) im Vordergrund. Die Gewaltfreiheit bezieht sich auf alle Lebewesen und natürlich auch sich selbst. Tieren gewaltfrei zu begegnen bedeutet dann, dass man völlig auf tierische Produkte, wie Fleisch, Fisch, Eier oder Milch verzichtet.

Man geht davon aus, dass die Gewalt die beim Töten entsteht auch in das Essen übergeht und so dem Menschen mehr schadet als nutzt. Im Ayurveda sieht das ganz ähnlich aus, nur nicht ganz so eng. So gehören Ghee und Honig durchaus regelmäßig auf den Speiseplan.

In der aktuellen Ausgabe „Kochen ohne Knochen“ erklärt Ayurveda-Koch Volker Mehl warum das so ist.

Ayurveda ist nicht strikt vegetarisch. Es sollte immer das gegessen werden, das dem Körper in einem Schwächezustand hilft.

Er erklärte am Beispiel eines krebskranken Freundes, der während seiner Therapie, die ihn sehr schwächte, weiterhin vegan lebte, obwohl ihm vielleicht ein breiteres Sortiment auf dem Speiseplan gut getan hätte. Im Ayurveda wäre hier Fleisch und Fisch durchaus akzeptabel gewesen, da es dem Körper hilft wieder zu gesunden.

Lebensmittel werden im Ayurveda in 3 Kategorien unterteilt: Sattva (ausgeglichen), Rajas (aktiv) und Tamas (träge).

So zählt z.B. Chilli zu Rajas während zerkochte Lebensmittel zu Tamas eingeordnet werden. Die Ernährung sollte in erster Linie aus sattvigen (neutral) Lebensmitteln bestehen, die am besten selbst und frisch gekocht wird.

Im Yoga wird die Klarheit des Geistes über die körperlichen Übungen (Asanas) oder die Meditation erzielt während im Ayurveda das gleiche Ziel über die Ernährung angestrebt wird.

Zuerst war ich etwas irritiert aber je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir der undogmatische Ansatz des Ayurveda. Denn auch wenn man sich mal nicht vegan oder vegetarisch ernährt, weil man gerade auf der anderen Seite der Erdkugel auf Reisen ist und nicht selbst kochen kann oder gerade nichts kaufen kann, kommt nicht gleich die Ayurveda-Polizei vorbei und nimmt einen fest.

Mehr über den Ayurveda-Koch Volker Mehl unter: http://volker-mehl.de

Wer Lust auf seine Rezepte hat, findet sein aktuelles Kochbuch „Koch Dich glücklich mit Ayurveda“, z. B bei Amazon. Die Rezepte sind größtenteils vegetarisch können aber auch problemlos „veganisiert“ werden.

Guten Appetit
Deine Diana

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5 Kommentare
  1. yogastern
    yogastern says:

    Ich finde das Buch von Volker Mehl wirklich super. Seit ich das Buch habe, koche ich jede Woche Rezepte daraus und bin wirklich begeistert! Es hilft mir auch dabei, meine vegetarische Ernährung abwechslungsreicher zu gestalten.

  2. Tanja
    Tanja says:

    zitat „Bei all dem “Junk-Food”, das die Supermärkte überschwemmt und immer mehr wird, wird gesunde Ernährung ohnehin manchmal zum Kraftakt.“ da sagte was!
    am besten meiden oder nur für das notwendigste und ansonsten zum wochenmarkt.

  3. admin
    admin says:

    Hallo Maja,

    da hast Du natürlich recht. Pflanzen sind auch Lebewesen! Und sicherlich haben auch Pflanzen in gewisser Form „Gefühle“, doch Patanjali sieht in der Gewaltlosigkeit, dass wir stets unser Bestes tun sollen, um den geringsten Schaden zu verursachen – und das wäre dann nach bisherigem Wissensstand die vegane Ernährung.
    Wer jetzt noch auf Regionalität und Saisonalität achtet, der ist meines Erachtens schon auf einem sehr guten Weg. Eine Ernährung, die einerseits gesund und andererseits den yogischen „Regeln“ entspricht.
    Bei all dem „Junk-Food“, das die Supermärkte überschwemmt und immer mehr wird, wird gesunde Ernährung ohnehin manchmal zum Kraftakt.
    Selbst bei unserem Hofladen um die Ecke werden Zwiebeln aus Neuseeland verkauft. Da fehlen mir die Worte 🙁

    Namasté
    Diana

  4. Maja
    Maja says:

    Ich mag keine Dogmen, von daher kann ich mich mit der Ayurveda Ernährung anfreunden. Es gibt Zeiten, da kann Fleisch einfach gesund und stärkend sein.

    Zu Anhimsa: Das Argument der Gewaltlosigkeit alleine reicht für mich nicht aus. Auch Pflanzen sind Lebewesen, und sie werden ohne weiteres getötet oder verstümmelt um vermeintlich „peaceful“ zu essen. Sie schreien nicht laut und schauen einen nicht an.
    Vielleicht könnte man Vegetarismus mit dem Energieverbrauch argumentieren? Mit ihrem Naheverhältnis zur Sonnenenergie?…Was meint Ihr dazu?

    Schöne Woche
    Maja

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