Yoga Sutra II.7 – was uns glücklich macht!

Seerose-Yogasutra

Glück oder auch Freude wird in der heutigen Zeit oft mit materiellen Dingen gleichgesetzt: Mein Haus, mein Auto, mein Smartphone, usw.

Wir können uns dem Konsumdrang auch nur schwer entziehen, da wir tagtäglich mit Werbung nahezu bombardiert werden. Werbung überall: im Fernsehen, im Kino, auf Plakaten, im Internet, in der Tageszeitung. Ich erlebe immer öfter, dass der Stapel Werbeprospekte höher ist, als die eigentliche Tageszeitung. Gerade zu Weihnachten ist mir das wieder besonders aufgefallen.

Und warum das Ganze? Nur um uns zu suggerieren, dass wir am besten alles Beworbene unbedingt und sofort brauchen, um glücklich zu sein. In uns entsteht eine Sehnsucht, so dass viele sofort in den Laden laufen und kaufen, kaufen, kaufen bis die Kreditkarte glüht.

Macht uns der Kauf wirklich glücklich? NEIN!

Wir versuchen etwas tief in unserem Inneren zu befriedigen, von dem wir glauben, dass nur das neue Trendteil über unser Glück entscheidet.

Patanjali warnte uns bereits vor mehreren tausend Jahren mit dem Yoga-Sutra 2.7, dass wir von Dingen magisch angezogen werden, die uns vermeintliches Glück versprechen. Zumindest gehen wir von unserer Erfahrung oder unserem Instinkt davon aus, dass gewisse Dinge uns Freude bereiten.

Doch was ist, wenn das Glück oder die Freude am Ende gar nicht eintritt? Wir sind enttäuscht und es entsteht Leid und das ist eigentlich das Letzte was wir wollen.
sukha-anusayi ragah

Fälschlich darauf zu bauen, dass uns ein Objekt Glück bringt, ist Raga [die blinde Zuneigung].

sukha: das Glück oder die Befriedigung

anusayi: darauf beruhen oder damit rechnen

raga: die blinde Zuneigung oder Gier

Quelle: R. Sriram

Welche Frau kennt es nicht, das vermeintliche Glücksgefühl, das einen umgibt, wenn man sich auf Shoppingtour befindet? Doch wie lange hält dieses Gefühl an? Manchmal gerade Mal so lange, wie es dauert aus dem Geschäft rauszugehen. Mal so lange, bis wir das Kleidungsstück das erste Mal anhatten. Mal bis wir die Kreditkartenabrechnung bekommen und manchmal bereuen wir sogar den Kauf, sobald wir die Tüten zu Hause ausgepackt haben. Doch statt das Teil wieder umzutauschen, hängen wir es einfach in den Schrank ohne es auch nur ein einziges Mal angezogen zu haben. Das Glücksgefühl ist also nur vordergründig und hält nicht lange an und so entsteht ein Teufelskreis.

Bei Männern ist das übrigens nicht viel anders, da äußerst sich das allerdings weniger in Klamotten als in technischem Equipment (Gadgets) oder Autos.

Geht es nicht vielmehr um Sein und Erleben als um Haben. Ist es nicht viel wichtiger die Zeit die man im Leben hat zu nutzen?

Ich möchte damit nicht sagen, dass wir nichts mehr kaufen dürfen. Doch sollten wir vorher genau darüber nachdenken, ob wir es wirklich brauchen, bzw. was wir mit dem Kauf bezwecken möchten.

Eine regelmäßige Yoga-Praxis hilft uns, dass wir für einen gewissen Zeitraum frei von dieser Abhängigkeit sind. Und wenn wir aufmerksam bleiben, wird es uns immer leichter fallen uns zu mäßigen und nicht jede Neuerung oder Trend mitzumachen. Wir entwickeln mehr innere Stärke, um unsere Kauflust noch einmal zu überdenken und auch mal NEIN sagen zu können.

Kannst Du Dich noch an Deinen ersten Kuss oder Dein erstes Date erinnern? Ganz sicherlich. Aber weißt Du noch, ob Du an diesem Tag eine coole Jeans anhattest oder das neueste Handy dabei hattest, wahrscheinlich nicht, denn das ist völlig nebensächlich und konnte Dich in diesem Moment nicht glücklicher machen als Du ohnehin schon warst.

Vielleicht ist es auch für Dich ein Denkanstoß bei der Planung in 2014, das „Haben wollen“ etwas zu reduzieren und den Fokus mehr auf das Erleben zu lenken.

Peace & Light für das Jahr 2014
Deine Diana

Bild: ©Kunstart.net@pixelio.de

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2 Kommentare
  1. Anke
    Anke says:

    Hallo Diana,

    also Schuhe suchen, finden, kaufen das ist schon ein Glücksgefühl 😉 Aber wirklich glücklich, da hast Du recht, ist was anderes. Für mich ganz banal meine entspannt schnurrende/schlafende Katze auf dem Schoß. Es hat Jahre gedauert bis sie soviel Vertrauen in mich gesetzt hat.
    Ich freu mich schon sehr auf die erste Yoga-Stunde 2014.
    LG
    Anke

  2. Eva
    Eva says:

    Liebe Diana,

    ein schöner Artikel! Auch meinem Briefkasten und mir sind besonders in der Weihnachtszeit die unzähligen Prospekte und Kataloge (für diesen Plunder sind Bäume gestorben!) aufgefallen zu den Dingen, die man eigentlich nicht braucht, die aber „echt cool“ aussehen und man sie „zum Vorteilspreis“ erwerben kann, wenn man „jetzt zu schlägt“, da sie nur in „limitierter Auflage erhältlich“ sind. Da kann man doch schon mal einen Gedanken an das schicke Glitzer-Etui für’s Händi oder den superweichen Kuschelschal verschwenden, oder? Oder? Oder haben wir nicht meistens irgendeine andere „Baustelle“, wenn wir uns etwas kaufen, was uns vermeintlich glücklich macht? Z.B. Ärger mit „Schatzi“ oder der Chef war mal wieder doof? Sicherlich kostet es immer Überwindung Dinge anzusprechen, die schief laufen. Aber letztlich ist es doch das, was einen innerlich stark macht und schließlich auch zur Unabhängigkeit vom „Haben wollen“ führt. Und abgesehen davon führt dieses Loslassen vom „Haben wollen“ und Streben nach den neuesten Trends schließlich auch zu weniger Neid und unglücklich machenden Vergleichen („die Ines hat aber ein viel tolleres Händi“). Ich bin finde nicht nur in der Weihnachtszeit sollten wir uns immer mal wieder fragen “Was benötige ich eigentlich wirklich?“ Meistens haben wir doch schon mehr als wir brauchen!
    Ist doch jetzt etwas philosophischer geworden…
    In diesem Sinne: Gehst Du noch einkaufen oder bist Du schon beim Yoga? 😉
    Liebe Grüße und bis Morgen,
    Eva

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