Yoga-Anatomie zum Mitmachen Teil 2

RückenmuskelnWenn ich Yoga unterrichte, verwende ich in der Regel Beschreibungen, die sich auf bestimmte Körperteile oder Muskeln beziehen. Das hilft den Schülern sich in ihrem Körper zu orientieren. Was aber, wenn der Schüler die anatomischen Punkte nicht kennt oder nicht spürt? Ein paar anatomische Grundkenntnisse sind wichtig, wenn es um die gesunde Ausrichtung einer Asana geht, um zu verstehen, was man als nächstes machen muss. Aber auch im Alltag kann es helfen zu wissen, welche Knochen und Muskeln bei Bewegung angesprochen werden und welche Auswirkungen damit einhergehen.

„Ziehe die Schulterblätter zusammen“
SchulterblätterDie Muskeln, um die es dabei geht, sind die rautenförmigen Muskeln (Rhomboidei minor und major). Sie entspringen an den Dornfortsätzen, bzw. Dornfortsatzband und setzen am Schulterblattrand an. Allerdings liegen sie unter dem Trapezmuskel versteckt. Aktiviert man diese Muskeln, so dass sie sich zusammenziehen (kontrahieren), so weitet sich der Brustkorb und die Schlüsselbeine ziehen sich auseinander. Das ist z.B. in den Asans wie dem großen Rad (Urdvha Dhanurasana), Heuschrecke (Shalabasana), Bogen (Dhanurasana) oder auch im heraufschauenden Hund (Urdvha Mukha Svanasana) relevant. Gedehnt (auseinander gezogen) werden diese Muskeln, z.B. mit dem Adler (Garudasana).

„Schultern weg von den Ohren“
SchultergelenkDas Schultergelenk ist wie die Hüfte, ein Kugelgelenk. Das macht es so unglaublich beweglich, aber das macht es auch instabil, was zu Verrenkungen führen kann, denn der Gelenkkopf unseres Oberarms ist um ein vielfaches größer als die Gelenkpfanne und so müssen Bänder und Muskeln für die nötige Stabilität sorgen. Um eine optimale Schulterfunktion zu gewährleisten, sind 26 Muskeln tatkräftig im Einsatz.

TrapezmuskelDer Schulterblattheber und der Trapezmuskel sorgen dafür, dass wir die Schultern hoch und runter ziehen können. Aufgrund von Stress und Verspannungen, macht der Schulterblattheber seinem Namen alle Ehre, denn bei den meisten Menschen sind die Schultern dauerhaft angehoben, sprich der Muskel verkürzt sich und steht unter Spannung. Wenn man die Schultern entspannt oder nach unten zieht, kann er sich ein bisschen in die Länge dehnen. Wenn wir die Schultern weg von den Ohren ziehen, wirken wir unterstützend auf Yoga-Haltungen wie die Kobra (Bhujangasana), heraufschauenden Hund oder seitliche Planke ein, um die Körpervorderseite zu öffnen und Stabilität zu schaffen.

„Hände Schulterbreit auseinander“
Wenn man diese Anweisung Männern gibt, stehen die Hände meist mattenbreit auseinander. Bei Frauen hingegen berühren sich fast die Daumen. So unterschiedlich ist die Auffassung von schulterbreit. Bei der Ansage, die Füße hüftbreit zu platzieren ist es übrigens bei Männern und Frauen genau umgekehrt 😉
„Schulterbreit“ ist, wenn Du die Arme gerade nach vor streckst, dann die Unterarme zueinander beugst und dann mit den Händen die Ellenbogen greifst. Dort wo Deine Ellenbogen in diesem Moment sind ist schulterbreit auseinander.

Hast Du in Deiner Yoga-Praxis schon einmal Anweisungen bekommen, die Du nicht umsetzen kontest? Her damit, in der nächsten Folge werde ich weitere „Yoga-Floskeln“ für Euch erklären. Ich freu mich auf Deinen Kommentar.

Namasté
Deine Diana

Bildquelle:©Sebastian Kaulitzki@fotolia.com

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2 Kommentare
  1. Frau Momo
    Frau Momo says:

    Ah, ich habe gerade in Teil 1 etwas zu der Thematik gefunden. Kannst du vielleicht dennoch nochmals auf den Punkt mit dem nach vorne/ runterkippen sagen?

    LG und danke, Frau Momo

  2. Frau Momo
    Frau Momo says:

    Tolles Thema. Mehr dazu! 🙂 Eine der Floskeln, wo ich immer wieder nachdenken muss, ist die Geschichte mit Steißbein und Beckenboden Hoch/ runter. Es gibt da einen Unterschied zwischen der tatsächlichen Anatomie und dem, was häufig unterrichtet wird.

    LG und danke für diese tolle Serie,
    Frau Momo

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