Yoga nach Bandscheibenvorfall Do oder Don‘t?

Wirbelsäule Rückseite BandscheibenvorfallZum Bandscheibenvorfall können Fehlhaltungen im Alltag, zu wenig Bewegung oder auch Abnutzungserscheinungen durch falsche Bewegungen führen. Oft ausgelöst durch falsches Heben, was dann das Zünglein an der Waage ist.

Aber auch psychische Gründe wie mangelnde Anerkennung und das „sich krumm buckeln“ für den Job, Partner, Eltern, etc. können für Bandscheibenproblematiken verantwortlich sein. (siehe Remo Rittinier, Dr. med Ingfried Hobert, Yogatherapie und ganzheitliche Medizin, 2014)

Was passiert beim Bandscheibenvorfall?

Zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule gibt es kleine Kissen, die sogenannten Bandscheiben, sie haben die ähnliche Aufgabe wie die Stoßdämpfer beim Auto. Sie sorgen dafür, dass die Wirbel bei Bewegung nicht aufeinander drücken.

Beim Bandscheibenvorfall, verschiebt sich eine Bandscheibe nach außen oder innen und verursacht so schreckliche Schmerzen. Die Körperachse gerät aus dem Gleichgewicht. Durch das Verschieben drückt sie auf den Nervenkanal der zwischen den Wirbeln und den Dornfortsätzen verläuft. Bedingt durch den Schmerz verhärtet sich die Muskulatur. Die meisten Bandscheibenvorfälle passieren im Lendenwirbelbereich, sie können aber auch in der Halswirbelsäule auftreten.

Es gibt verschiedene Heilungsalternativen. Von der klassischen Operation hält man heutzutage nicht mehr all zu viel. Meist bekommt man im akuten Fall entzündungshemmende Medikamente. Das Gute ist, dass die Schmerzen nach ca. 6 Wochen aufhören. Danach ist wieder Bewegung angesagt. Ärzte schicken die Patienten meist entweder zum Reha-Sport oder zum Yoga.

Warum kann Yoga beim Bandscheibenvorfall helfen?

Man übt beim Yoga ganzheitlich, d.h. nicht nur auf den Rücken beschränkt. Es wird vielmehr der gesamte Muskel- und Bänderapparat gekräftigt und gedehnt. Yoga wird eher langsam ausgeführt, so dass man die Kontrolle über die Bewegung behält und An- und Entspannung wechseln sich ab. Außerdem wirkt Yoga stressreduzierend und hat somit auch positiven Einfluss auf das zentrale Nervensystem. Durch die Yoga-Übungen beugt man einem erneuten Bandscheibenvorfall vor und hat dauerhaft weniger Rückenschmerzen.

Was sind die Do’s beim Bandscheibenvorfall?

  • Ein gerader und langer Rücken, also strecken
  • Nutze verstärkt Yoga-Hilfsmittel wie Blöcke, Gurte oder Kissen, um Haltungen sicherer zu machen, bzw. überhaupt möglich zu machen.
  • Alle Yoga-Übungen, die den Rücken strecken, z.B. Berghaltung (Tadasana)
  • Alle Yoga-Übungen, die die Wirbelsäule entlasten, z.B. Kindhaltung (Balasana)
  • Besonders geeignet sind die Yoga-übungen Schulterbrücke (Setu Bandha Sarvangasana), sowie Hand-Fuß-Haltung liegend (Supta Padangushthasana), Halbe Kerze (Viparita Karani)
  • Bauchmuskelübungen, die die Wirbelsäule am Bandscheibenvorfall nicht weiter komprimieren
  • Sich Gedanken darüber machen, was Dich „unter Druck“ setzt.

Was sind die Don’ts beim Bandscheibenvorfall?

  • Keine Yoga-Übungen mit rundem Rücken oder einem Hohlkreuz
  • Keine Sprünge im Sonnengruß
  • Alles was stechenden Schmerz auslöst

Bevor Du motiviert in die Yoga-Praxis startest, informiere im Vorfeld Deinen Arzt, beziehungsweise Deinen Physiotherapeuten, was er in Deinem speziellen Fall empfiehlt und lies vorher die Yoga-Sicherheitshinweise.

Denk bei allem was Du tust (beim Yoga oder im Alltag) immer daran, dass Du Deinem Rücken etwas Gutes tun möchtest und überfordere ihn nicht.

Gute Besserung und viel Spaß beim Üben
Deine Diana

Bildquelle: ©Sebastian Kaulitzki@fotolia.com

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3 Kommentare
  1. Nicky
    Nicky says:

    Hallo Diana,

    ich selbst hatte nach einer Bandscheiben operation 1 Jahr lang mit immer wiederkehrenden Schmerzen, die mich echt zur verzweiflung gebracht haben, zu kämpfen.

    Durch eine private Schmerztherapie und Yoga ist es mir gelungen die Schmerzen endgültig zu besiegen.
    DIe Yoga Übungen und auch Meditaionen haben mir schlussendlich geholfen mein Schmerzgedächtniss zu löschen und mir mein Leben wieder zurück gegeben.

    Ganz liebe Grüße
    Nicky

  2. Diana
    Diana says:

    Liebe Helen,
    danke für deinen Kommentar. Du hast recht, dass jeder Bandscheibenvorfall oder auch Erkrankung individuell ist und man daher immer von Fall zu Fall entscheiden muss, was richtig oder falsch ist.
    Meinen Schülern mit Bandscheibenproblem hatte die Übung immer einen positiven, bzw. entlastenden Eindruck hinterlassen.

    Namasté
    Diana

  3. Helen
    Helen says:

    Hallo Diana, danke für die immer wieder medizinischen und anatomischen Artikel auf deinem Blog. Ich finde es super wenn wir uns mit den Beschwerden und Erkrankungen der Teilnehmer auseinandersetzen. Ein Bandscheibenvorfall sollte immer individuell betreut werden, da es verschiedene Formen gibt. Daraus ergeben sich die Übungen die geeignet oder weniger gut geeignet wären. Häufig wandern Bandscheiben nach hinten, die Beugung der Wirbelsäule würde die Bandscheibe noch mehr verlagern. Deshalb würde ich die Stellung des Kindes eher nicht weiter empfehlen, bei bestimmten Bandscheibenpatienten. Danke für deinen Artikel
    Liebe Grüße Helen

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