Was ist ein Drishti – was bringt er im Yoga?

Drishti - der Blickwinkel

Definition Drishti: Ein Drishti ist ein Fokus- oder auch Blickpunkt den du mit den Augen betrachtest. Ein Drishti lenkt die Aufmerksamkeit eher nach innen und hilft dir konzentriert zu bleiben, dich also auf dich selbst zu konzentrieren und weniger ablenken zu lassen. Du kannst damit auch die Energie in eine bestimmte Richtung lenken.

Mit dem klassischen „Sehen“ hat der Drishti weniger zu tun. Man starrt daher nicht auf einen bestimmten Punkt, sondern hat eher einen leicht glasigen oder verschwommenen Blick. Dieser Blick hat direkten Einfluss auf deine mentale Verfassung. Du kannst besser fokussiert auf deinen Atem, deine Ausrichtung und auch auf deine Bandhas sein.

Was bringt der Drishti im Yoga?

Wohin ist dein Blick während der Yoga-Praxis gerichtet? Fliegen deine Augen durch den Raum? Wenn ja, was macht in diesem Moment dein Geist? Wahrscheinlich bist du nicht ganz bei der Sache, oder? Suchst du vielleicht nach Fusseln auf der Matte, oder vergleichst dich mit deiner(m) Mattennachbar(i)n oder zählst die Minuten bis zu Savansa? 😉

Probiere mal aus deine Yoga-Praxis durch einen Drishti zu sehen. Immer wenn du abdriftest, hilft er dir deine Aufmerksamkeit wieder zurück zu holen. Je mehr dein Blick umherschweift, desto eher muss sich auch dein Körper stetig neu orientieren und dein Geist wird abgelenkt. Gerade in Balance-Haltungen wirst du den positiven Effekt sofort spüren.

Wohin sollte der Dristhi denn gehen?

Traditionell gibt es 9 verschiedene Drishtis.

Die 9 Drishtis

 

Im Urdhva Drishti z.B. in Krieger 1, siehe Bild, geht der Blick nach oben zur Decke.

In der Meditation oder auch in den sitzenden Vorbeugen lenken wir die Sinne nach innen (Pratyahara). Weg vom Denken – hin zum Fühlen. Hier schaust du entweder von Innen auf dein drittes Auge (Punkt zwischen den Augenbrauen) oder auf deine Nasenspitze.

Den Blick zum Nabel kennst du wahrscheinlich bereits aus dem herabschauenden Hund. Der Vorteil hierbei ist, dass sich dein Nacken verlängert und sich die Muskulatur entspannen kann.

„Die Welt mal aus einer anderen Perspektive betrachten“, diesen Satz hast du vielleicht schon mal von deinem Yogalehrer während eines Drehsitz gehört. Der Blick folgt der Drehung nach links oder rechts hinten. Dies nennt sich Parshva Drishti.

Du kannst einen Punkt auf dem Boden fixieren, während du die Balance im Baum suchst. Dein „fester“ Blick gibt dem Körper Orientierung und er kann so besser das Gleichgewicht finden.

Weitere Drishtis sind der Blick zum Daumen, z.B. im Sonnengruß, zur Hand, z.B. im Halbmond oder auch zu den Zehen, bzw. Füßen in sitzenden Vorbeugen.

Wenn du merkst, dass sich dabei dein Nacken verhärtet oder angespannt ist, dann wechsle den Drishti oder schließe zwischendurch mal die Augen. Falls du dir die 9 Dirshtis nicht merken kannst, dann nimm diese Eselsbrücke: „Nimm den Blick in die Richtung, in die durch dich dehnst.“

 

Der Drishti im Alltag

Hast du dich schon mal mit jemandem unterhalten, der dich nicht richtig angeschaut hat? Sein oder ihr Blick wanderte überall hin nur nicht zu dir. Wie fühlte sich das für dich an? Irgendwie komisch, oder?

Wahrscheinlich war derjenige nicht mit der Aufmerksamkeit zu 100% bei dir, sondern durch irgendetwas abgelenkt.

Durch den Augenkontakt bekommt man den Eindruck ernst genommen zu werden. Jeder wird so zu einem Teil des Gesprächs. Beide Gesprächsteilnehmer können sich mehr auf das gesprochene Wort konzentrieren und erhalten durch den Blickkontakt viel mehr Informationen.

Probiere das gerne mal aus und entdecke den Unterschied!

Namasté
Deine Diana

Bildquelle: pixabay.com

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