Beim Yoga die Hüllen fallen lassen…

Lass die Hüllen beim Yoga fallen

In der yogischen Philosophie spricht man von den 5 Hüllen (oder Koshas), die unser wahres Selbst umhüllen. Jede Yoga-Übung (Asana), Pranayama oder auch die Meditation spricht uns auf verschiedenen Ebenen an. Mit Yoga Können wir alle Dimensionen ansprechen, so dass wir die Wirkung sowohl auf der körperlichen, der mentalen und der spirituellen Ebene spüren können. Yoga wirkt eben auf Körper, Geist und Seele.

Man kann sich diese Hüllen wie die einzelnen Schichten einer Zwiebel vorstellen, jede einzelne Schicht überdeckt wie ein Schleier (Maya) unser wahres Selbst im Zentrum. Jedes dieser 5 Koshas (Hüllen) lässt sich durch bestimmte Yoga-Übungen, Pranayama oder Meditation klären, so dass unser Innerstes wieder nach außen scheinen kann. Wir beginnen von außen nach innen oder anders ausgedrückt vom Gröbsten zum Feinsten.

Dies wirkt am Anfang sehr abstrakt, aber stell dir einfach vor, dass du sehr viel mehr bist als nur deine Körperhülle. Alle Hüllen oder Ebenen sind untrennbar miteinander verbunden und von den anderen abhängig.

Was sind die 5 Koshas?

Aanamaya Kosha – der physische Körper oder Astralkörper

Deinen grobstofflichen Körper sprichst du vor allem mit Yoga-Übungen und die dazugehörigen Reinigungstechniken (Kryas) an, sowie mit allem was ihn nährt, sprich eine gesunde Ernährung.

Pranamaya Kosha- der Vitalkörper

Wie der Name schon andeutet, besteht dieses Kosha aus Prana, deiner Lebensenergie. In jedem Lebewesen zirkuliert Prana. Deine Chakren und Nadis befinden sich ebenfalls im Energiekörper. Durch Atemübungen (Pranayama) und Kryas erweckst du deine Lebenskraft und löst Blockaden.

Manomaya Kosha- der emotionale Körper

Manomaya besteht in erster Linie aus Emotionen. Hier laufen Sinneseindrücke, Wünsche, Bedürfnisse, Erinnerungen aber auch Ängste zusammen. Ständig kommen neue Eindrücke hinzu. Durch den selbstlosen Dienst (Karma Yoga) oder auch Bhakti Yoga, der Ausrichtung auf Gott, dem Chanten von Mantren sowie durch die Praxis der Yamas und Nyamas können diese gereinigt werden.

Vijnanamaya Kosha – der intellektuelle Körper oder Dimension der Weisheit

Dieses Kosha basiert in erster Linie auf deinen Gedanken und Vorstellungen, sowie deiner inneren Wahrnehmung. Es profitiert von einem gesunden Unterscheidungsvermögen und analytischem Denken. Durch Satsang, d.h. den Austausch mit Gleichgesinnten, durch das Studieren der heiligen Schriften und durch Meditation lässt sich diese Hülle reinigen. Du bist dann in der Lage bewusste Entscheidungen zu treffen, die zu einem bewussten Handeln führen.

Anandamaya Kosha – der Glückskörper

Grob übersetzt könnte man Ananda als spirituelles Glück oder Glückseligkeit bezeichnen. Eigentlich ist es aber der Zustand bei dem man mit sich und dem Rest der Welt in Einklang ist – Samadhi oder die Erleuchtung. Dort wo sich alle Dualitäten auflösen und man auf seine individuellen Seele (Atman) stößt.

5 Koshas

Damit das jetzt nicht so abstrakt daher kommt, machen wir das Ganze an Beispielen erlebbar:
Während der Yoga-Praxis spürst du vor allem deinen physischen Körper. Je nach Asana sind andere Fertigkeiten gefragt. Mal ist es Mut, Kraft und die Balance z.B. in der Krähe (Bakasana). Mal das Loslassen und die Hingabe in der sitzenden Vorbeuge (Paschimottanasana). Je länger und bewusster du übst, setzt du z. B. bei der Krähe außer deiner muskulären Kraft in Händen, Armen und Bauch auch deinen Vitalkörper ein und schon fängt die Krähe an zu fliegen. Vielleicht hattest du auch schon mal Kontakt zu deinem emotionalen Körper als du in Savasana spontan angefangen hast zu weinen und wusstet gar nicht warum.

Durch den ganzheitlichen Ansatz ist Yoga hervorragend zum Ausgleich der Balance zwischen den Kräften geeignet. Ist dir schon mal aufgefallen, dass dir an einem Tag wo du dich stark geärgert hast oder gestresst warst z.B. Balancehaltungen schwerer fallen, weil dir die Ruhe und die Coolness fehlen?

Oder der umgekehrte Fall: Du hattest einen anstrengenden Tag und nicht alles lief nach Plan. Du hast dich dennoch aufgerafft und deine Yogamatte ausgerollt. Erinnerst du dich noch an das Gefühl danach? Dein Körper hat sich besser gefühlt. Deine Atmung hat sich vertieft und auch deine Laune ist merklich angestiegen.

Beobachte dich mal ganz bewusst bei deiner nächsten Yoga-Praxis. Wie reagiert der Körper und wie reagiert der Geist? Wenn es dir schwer fällt dich z. B. in Paschimottanasana hinzugeben, setze den Fokus noch verstärkter auf den Atem. Fließt er oder ist er ins Stocken geraten? Wenn der Atem wieder ins Fließen kommt wird es für dich leichter dich fallen zu lassen.
Dein wahres Ich (Atman) sitzt hinter all diesen Hüllen. Es lohnt sich die Hüllen abzulegen und nach ihm zu suchen. Du entdeckst es, wenn du deinen Blick immer wieder nach innen ziehst.

Namasté
Deine Diana

Bildquelle:
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