„Das ist nicht meine Yoga-Übung“

Yoga-Uebung-Squat„Das ist nicht meine Yoga-Übung“, „ich hasse diese Yoga-Pose“ oder „diese Asana passt einfach nicht zu mir“, höre ich ab und zu in meinem Unterricht klagen. Meistens verbunden mit einer hüftöffnenden Yoga-Übung oder während einer Balancehaltung.

Als Yogalehrer versucht man dann den Schüler oder die Schülerin zu motivieren und noch ein paar weitere Tipps auf den Weg zu geben, wie man diese Yoga-Übung vielleicht doch noch meistern kann. Liebe und Hingabe sind der Schlüssel, statt Resignation und Aufgeben.

Natürlich ist es schwierig entspannt zu bleiben und zu Lächeln, wenn der Oberschenkel zu zittern und zu brennen beginnt und der Yogalehrer sagt: „…und jetzt noch 3 tiefe Atemzüge“.

Auch wenn wir es nicht wahr haben wollen, die meisten von uns wissen, dass die Yoga-Übungen, die wir verabscheuen, in der Regel die sind, die wir am meisten brauchen. Aber es ist schwer die Hüften zu öffnen, wenn man viele Jahre kein Sport gemacht hat oder Jogger ist, der nur selten dehnt. Dann fühlen sich die Hüften an, als seien sie steif wie ein Brett oder die Beine lassen sich im Stehen oder Sitzen schon gar nicht mehr richtig strecken.

Wenn wir Yoga mit einer Liebesbeziehung vergleichen, dann ist die Beziehung zum Partner auch nicht immer rosarot, sondern durchaus auch mal wie der Beziehungsstatus bei Facebook: „es ist kompliziert“ 😉

Beobachte Dich das nächste Mal selbst, wenn genau die Yoga-Übung dran kommt, die Du so gar nicht magst, machst Du dann schnell ein paar Übersprungshandlungen um der Haltung vielleicht doch noch zu entkommen? Vielleicht schnell noch ein paar Fusseln von der Matte fegen, das T-Shirt gerade ziehen, oder die Haare noch mal schnell richten, um möglichst wenig Zeit mit dieser Asana zu verbringen.

Warum solltest Du Dich trotzdem auf die Yoga-Übung einlassen?

Die Yogamatte als Spiegel
Dies ist eine gute Gelegenheit, Deine Reaktion auf unangenehme Dinge, die Du nicht magst zu beobachten. Wer die Yoga-Übung vermeidet, versucht womöglich im Alltag auch in schwierigen Situationen davon zu laufen. Oft holt uns diese Vermeidungsstrategie, aber wieder ein.

Gewinne Zuversicht
Jeder Millimeter, den Du in einer Hüftöffnung oder in einer Vorbeuge erreichst, bringt Dich einen Schritt näher ans Ziel. Lass in jede Yoga-Übung Dankbarkeit und Ehrfurcht einfließen, denn Du kannst Dich, ganz gleich in welchem Alter, immer weiter verbessern.

Werde geduldiger
Es hat mehrere Jahre gedauert, bis ich mich nicht mehr in die Vorbeuge gezogen habe, sondern mich hab sinken lassen, um den Muskeln so Zeit zu geben, sich zu entspannen und nachzugeben. Getreu dem Spruch: Gras wächst auch nicht schneller, bloß weil man daran zieht.

Welche Yoga-Pose stellt Deine Geduld auf die Probe? Und konntest Du diese Geduld vielleicht auch schon mal in Alltagssituationen wie z.B. im Stau nutzen?

Rede darüber
Sicherlich hast Du auch Bekannte und Freunde, die ebenfalls Yoga üben. Frage sie doch mal, welche Yoga-Haltung nicht zu ihren Favoriten gehört. Vielleicht ist es die Gleiche, die auch Dir schwerfällt oder Du am liebsten weglassen würdest. Lacht darüber und gebt Euch vielleicht auch Tipps.

Lasst uns gemeinsam diese wunderbare Reise weitergehen, oder wie Patanjali es in Yoga-Sutra I.21 ausdrückt: Tivrasamveganamasannah – Nur wer beharrlich übt, wird sein Ziel erreichen.

Namasté
Deine Diana

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4 Kommentare
  1. Gerlinde
    Gerlinde says:

    Liebe Diana,

    ich hätte eine Bitte an dich und zwar Augenyoga hast du da eventuell
    ein paar Übungen für mich die ich mir ausdrucken könnte ?
    wäre echt toll.

    danke von Herzen alles Liebe zu dir

    Gerlinde

    Namaste

  2. Eva
    Eva says:

    Hej Diana!

    Schönes Thema. Lustigerweise habe ich vor ein paar Tagen auch darüber nachgedacht. Bei mir sind es die Umkehrhaltungen, die ich nicht mag bzw., am liebsten vermeiden würde. Schulterstand geht ja noch, aber Handstand, Kopfstand oder Unterarmstand gehen gar nicht. Wo ich als Kind noch locker einen Handstand gemacht habe oder sogar auf den Händen gehen konnte, hängt diesen Übungen nun ein „Ichtraumichnicht“ an.Ich könnte ja umkippen und das dann auch noch in die falsche Richtung (also nach unten) 😉 Wenn ich dann aber doch mal umgedreht stehe, fühlt es sich toll an. Vielleicht ist dies eine Art Hinweis, dass ich zu viel über das, was sein könnte nachdenke?!

    Liebe Grüße,

    Eva

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