Ist Yoga auch was für Kraftsportler und Bodybuilder?

Yoga für Bodybuilder

Spontan und ohne groß darüber nachzudenken würde man sofort sagen Nein, Bodybuilder und Yoga das passt nicht! Und sofort schießen einem die Bilder von muskelbepackten Kerlen in Leggings in den Kopf, die sich im Baum versuchen. Wahrscheinlich habe nicht nur ich bei dem Gedanken ein Lächeln auf den Lippen. Aber weit gefehlt beides passt hervorragend zusammen. Es wird nur zu selten praktiziert.

Ich selbst habe auch einige Jahre Power-Yoga im Fitness-Studio Yoga unterrichtet und der Anteil der gewichthebenden Männer in meinen Yoga-Kursen war leider gleich Null. Offenbar verspürt die große Mehrheit der Männer im Kraftraum nicht den Drang mal in eine Yoga-Klasse zu schnuppern, aber ich muss zugeben auch mein Interesse an der Muckibudi war eher begrenzt.

Warum?

Ich denke, die Vorurteile beginnen mit einem klassischen Missverständnis. Denn es gibt immer noch viele Männer die denken, dass Yoga nur reines Stretchen und Dehnen ist. Natürlich Dehnen und Stretchen wir beim Yoga auch, aber es gibt neben der körperlichen auch die seelische Komponente, die gerade Männern im Wettkampf von Nutzen sein kann. Bring durch Yoga ein bisschen Abwechslung in dein Krafttraining und Körper und Geist werden profitieren.

Langsam wandelt sich das Bild, da einige prominente Athleten Yoga machen, um sich fit zu halten. Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft geht da u. a. mit gutem Beispiel voran.

Wenn du Profisportler bist, dann wird der mentale Aspekt des Yoga für dich vielleicht am spürbarsten sein. Yoga hilft dir die Konzentration zu steigern und dich nicht so schnell ablenken zu lassen – ganz wichtig in Wettkampfsituationen. Du lernst wieder auf deinen Körper und seine Signale zu hören.

Ich möchte mich zwar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, doch ich behaupte, dass auch muskulöse und trainierte Männer mit einem Muskelkater aus meinem Yoga-Kurs am nächsten Morgen aufwachen. Es wird sich sicherlich anders anfühlen als nach dem Gewichtheben, aber spürbar ist er immer noch. Durch Yoga wird das Krafttraining wirkungsvoller, da sich die Regenerationsdauer verkürzt und die Koordinationsfähigkeit gestärkt.

Du kannst Yoga und Krafttraining auch direkt kombinieren. So kannst du dich mit ein paar Yoga-Übungen aufwärmen oder mit einer Atemübung auf dein Bodybuilding einstimmen. Und Yoga-Übungen im Sitzen oder Liegen sind ideal als Cool-Down geeignet, um den Körper wieder zu entspannen und so das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Gute Yoga-Übungen für Bodybuilder sind z.B.

Katze/Kuh zur Mobilisierung der Wirbelsäule

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Katze/Kuh-Variation mit Streckung von Arm und dem gegenüberliegenden und Bein. Stärkt den Rücken und auch Po- und Bauchmuskeln

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Die Planke, oder für die Fortgeschrittenen die Unterarmplanke. Sie trägt zu einer starken Mitte bei, indem sie die tiefe Bauchmuskulatur kräftigt und die Wirbelsäule stabilisiert.

Planke

 

 

 

 

 

 

 

Beginne im herabschauenden Hund. In einer Einatmung schiebe den Oberkörper nach vorne, bis deine Arme senkrecht zum Boden sind und deine Schultern direkt über den Handgelenken. Die Finger sind weit gespreizt.  Drücke vor allem die Daumen und die Zeigefinger in die Matte. Deine Schultern ziehen in Richtung Fersen, also weg von den Ohren.

Schiebe die Fersen in Richtung Boden und verlängere so die gesamte Körperrückseite. Versuche weder in ein Hohlkreuz zu fallen, noch den Po zu hoch zu halten. Der Körper sollte eine gerade Linie bilden. Aktiviere dazu die Bauch- und Oberschenkelmuskeln. Der Hals ist lang und der Blick geht schrägt zum Boden.

Die stehende Vorbeuge (Uttanasana) streckt die hinteren Oberschenkel und man kann die durch das Training aufgebaute Spannung im Rücken durch das Aushängen einfach in den Boden abgeben.

vorbeuge-uttanasana

 

 

 

 

 

 

 

 

Und umgekehrt profitiert ein Yogi oder eine Yogini durchaus von Krafttraining. Vor allem die im Sonnengruß häufig geübten Chaturangas oder Planken werden dadurch viel leichter. Letztlich profitierten auch deine Umkehrhaltungen wie Handstand oder Kopfstand von der durch Gewichte trainierten starken Schultern und Arme.

Gerüchten zu Folge, soll selbst Arnold Schwarzenegger für Yoga als Ausgleich zum Bodybuilding plädiert haben.

Fazit: Kreuzheben, Intervall-Training oder Cross-Fit sind gut für den Körper, aber wenn sie mit Yoga kombiniert werden, wird das Training noch besser.

Und Mädels, lasst euch doch mal von euren Männern mit in den Kraftraum nehmen und dann folgen sie euch vielleicht auch auf die Yogamatte.

Tipp für die Mädels: wenn deine Bedenken zu groß sind, man kann am Anfang auch mit 500ml Wasserflaschen als Gewicht starten und sich dann steigern.

Tipp für die Jungs: Und um die Hemmschwelle so klein wie möglich zu halten schau dich ggf. nach einem reinen Männer-Yoga-Kurs um.

Namasté und viel Spaß beim Üben
Diana

Bildquelle: Bodybuilder ©zinkevych@fotolia.com, Rest Diana-Yoga

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1 Antwort
  1. David
    David says:

    Hallo zusammen,
    ich kann dem Artikel nur zustimmen! Ich finde mich oft als „Hahn im Korb“ in den yoga-Klassen wieder. Ich fühle mich pudelwohl in dem Umfeld und ich liebe es mich auf der Matte zu stärken und dehnen. Körper und Geist werden schnell spürbar flexibler, Beruf und Alltag lassen sich dadurch viel entspannter bewältigen.
    Rauf auf die Matten Jungs! Lasst euch von der ersten Klasse nicht einschüchtern, denn normalerweise merkt man da erst wie unflexibel und starr unsere Körper oft sind. Das kommt vom zu vielen Sitzen und zu viel „Muckibude“ 😉
    Rauf auf die Matte,
    c u there!

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