Das 2. Chakra – Sakral-Chakra oder Svadisthana-Chakra

Svadisthana-Chakra

Bevor es zu Missverständnissen kommt, möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass das Thema Chakra nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Allerdings ergeben Überlieferungen, dass bereits die Mayas und auch die Hopi-Indianer mit dem Wissen der Chakren gearbeitet haben.

Das zweite Chakra, der sieben Hauptchakren liegt zwischen dem Muladhara Chakra und Manipura Chakra.

Das 2. Chakra ist das Sakral-Chakra oder in Sanskrit das Svadisthana-Chakra. Das bedeutet so viel wie „Ihr liebster Aufenthaltsort. Es verkörpert Selbstwertgefühl, Fortpflanzung (Lust), Zärtlichkeit, Selbstliebe und Körperbewusstsein.

Wo sitzt das 2. Chakra?

Der Sitz befindet sich im Beckenraum ungefähr zwischen Kreuzbein und Schambein, etwa eine Handbreit unter dem Bauchnabel. Es verwundert somit nicht, dass die Organe, die diesem Chakra zugeordnet werden, die Fortpflanzungsorgane sind und der Teil der Wirbelsäule das Kreuzbein ist. Alle befinden sch ebenfalls im Beckenraum. Die Bildung des Chakras findet besonders zwischen dem 6 – 18 Monate statt.

Vielleicht hast Du schon bemerkt, dass alle Eigenschaften der Chakren logisch zusammenpassen. Noch nicht bemerkt? Dann pass jetzt gut auf.

Zu welchem Element gehört das Svadisthana-Chakra?

Das Element, das dem Svadisthana-Chakra zugeordnet ist, ist Wasser. Der Körper besteht zu fast 70% aus Wasser und daher ist es ratsam, sich immer wieder mit diesem Element zu verbinden. Das kann ein ausgiebiges Schaumbad sein oder auch Schwimmen im Meer, im See oder auch im Pool. Durch die weichen Bewegungen kommen wir wieder ins Fließen. Ein starres Festhalten lässt uns starr werden und trocknet uns aus.

Wasser wird auch mit Reinheit, dem Entstehen von Leben und allem, was im Körper fließt, verbunden wird. Das schließt sowohl den Blutkreislauf als auch alle anderen Körpersäfte mit ein.

Von welchem Himmelskörper wird Wasser beeinträchtigt?

Richtig, vom Mond. Am aktivsten ist das 2. Chakra übrigens bei zunehmendem Mond. Möchtest Du es zusätzlich über Yoga-Übungen (Asanas) stimulieren, dann übe insbesondere Hüftöffner und Vorwärtsbeugen.

Das Schlüsselwort des Sakral-Chakras ist die Kreativität. Kreativität wird bei übermäßiger Sorge oder Neid blockiert, den sogenannten Hindernissen des zweiten Chakras.

Woran erkennt man ein untersteuertes zweites Chakra?

Indizien für ein untersteuertes Chakra könnten sein: sehr zurückgezogenes Leben, das Gefühl von einer inneren Leere. Das Leben erscheint nur noch wenig lebenswert, Mangel an Sexualität, Unfruchtbarkeit, Menstruationsbeschwerden. Du glaubst, Sex ist schlecht und dass es dich verletzen kann oder deine Gefühle. Du denkst, dass du sexy sein musst, um geliebt zu werden. Du fühlst dich missbraucht, verletzt, und verwirrt.

Auch Ess-Störungen wie Magersucht können auf ein untersteuertes 2. Chakra hindeuten.

Zusammengefasst könnte man auch sagen, dass die ursprüngliche Lebensfreude vergangen ist.

Solltest du Krankheiten oder gesundheitliche Probleme haben, empfehle ich dir immer erst einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen! Deine Beobachtungen können bei der Diagnoseerstellung zu einem gestörten Sakral-Chakra für einen Therapeuten durchaus hilfreich sein.

Woran erkennt man ein ausbalanciertes zweites Chakra?

Ein Zeichen, dass dein Sakral-Chakra ausbalanciert ist, dass du ein starkes Gespür für deine Sexualität hast. Du erschaffst gesunde sexuelle Erfahrungen. Du genießt die Freude an vielen verschiedenen Wegen im Leben.

Welcher Sinn ist dem Sakral-Chakra zugeordnet?

Der Sinn, der mit dem zweiten Chakra gekoppelt ist, ist schmecken. Genießt Du das Essen, weil es dir schmeckt, ist alles in Balance. Isst du zu viel, um dir „den Mund zu stopfen“ könnte es sein, dass es dir schwerfällt Emotionen und Gefühle in Worte zu fassen und zu äußern. Du baust dir sozusagen einen Panzer um Dich herum auf.

Gibt es eine passende Farbe für jedes Chakra?

Ja, die Farbe, mit der das Sakral-Chakra meist dargestellt wird, ist orange. Diese Farbe kann man in der Meditation nutzen, um sich zum Beispiel vorzustellen, wie der gesamte Beckenraum in orange leuchtet.

Jedem Chakra ist auch ein Bija-Mantra zugeordnet. Für das zweite Chakra ist es das  VAM (gesprochen wamm). Du kannst das Bija-Mantra in der Meditation nutzen oder auch während deiner Yoga-Praxis.

Nimm dir Zeit, um das Wort vollständig und kraftvoll auszusprechen, und wiederhole dies mindestens 2 Minuten lang in einem für dich angenehmen Tempo. Spüre, wie die Schwingung in deinem unteren Bauch und Kreuzbein mitschwingt.

 

Geeignete Asanas für das 2. Chakra sind vor allem Hüftöffner und auch Vorbeugen. Von den einen geliebt und den anderen gehasst und hinterher immer so unglaublich wohltuend und befreiend.

Wie öffne ich mein Sakral-Chakra?

Hier ein Beispiel für eine kurze Hüftöffner-Sequenz:

  1. Starte in der erweiterten Kindhaltung mit den Armen lang nach vorne ausgestreckt und bleibe dort für ein paar tiefe Atemzüge zum Ankommen.
  2. Schiebe dich nach oben in den Vierfüßler und kreise genüsslich dein Becken in beide Richtungen aus.
  3. Mit einer Ausatmung schiebe dich in den herabschauenden Hund und schiebe im Wechsel die Fersen in den Boden, so dass sich die Beinrückseiten etwas öffnen.
  4. Einatmend hebe dein rechtes Bein gestreckt nach oben, bringe dann die Ferse zum Gesäß. Ziehe das Knie seitlich nach oben und öffne so die die Hüfte. Bleibe dort für 3 Atemzüge.
  5. Mit einer Ausatmung setze den rechten Fuß außen neben deiner rechten Hand ab und drehe ihn 45° nach außen. Bewege dich nun ganz frei und kreisend, um weich zu werden in der Hüfte.
  6. Mit einer Einatmung bringe den linken Fuß außen neben deine linke Hand und setze dich tief in Malasana (Yogi-Squat). Bringe die Handflächen zusammen und drücke mit den Ellenbogen von innen gegen die Knie und mit den Knien gegen die Ellenbogen. Bleibe dort für ein paar Atemzüge und versuche den Rücken zu strecken.
  7. Mit einer Ausatmung setze die Hände am Boden auf, schiebe den Po nach oben und komme in die Vorbeuge mit den Knien leicht gebeugt. Greife die Ellenbogen und hänge dich ein wenig aus.
  8. Mit einer Einatmung lege die Hände auf die Knie für die halbe Vorbeuge (Ardha Uttanasana) und strecke den Rücken, den Blick leicht diagonal nach vorne angehoben.
  9. Ausatmend mache mit dem rechten Fuß einen Schritt zurück und starte die Sequenz von Punkt 5 rückwärts.
  10. Erst kreisend bewegen, dann in den dreibeinigen Hund zurück, dort die Hüfte öffnen, danach den Fuß wieder zurück zu Erde.
  11. Nimm die Füße dann mattenbreit und laufe mit den Händen zurück, beuge die Beine und setze dich tief in Malasana.
  12. Ergänze dann gerne noch mit einer sitzenden Vorbeuge und einer kurzen Meditation.

Wenn du mehr Zeit hast, dann übe doch mein 30-minütiges Yoga-Video für die Hüften:

 

Welches Mudra gehört zum Sakral-Chakra?

Zu jedem Chakra gehört auch ein Mudra: Dem zweiten Chakra ist das Yoni-Mudra zugeordnet. Man nennt es auch Mudra der Mutter, da du dich so geborgen wie in Mutters Schoß fühlen darfst.

Für das Yoni-Mudra legst du die Daumen aneinander und jeweils die Zeigefinger. Die anderen Finger rollst du nach innen in die Handfläche hinein. Das Mudra dient dazu deinen Geist zu beruhigen und deine Kreativität zu nähren.

Welche Meditation kann ich für das Svadisthana-Chakra nutzen?

  • Finde zuerst einen aufrechten und bequemen Sitz.
  • Dein Kopf befindet sich in einer Linie mit deiner Wirbelsäule
  • Deine Augen sind sanft geschlossen
  • Nutze während der Meditation gerne das Yoni-Mudra, siehe oben.
  • Atme tief und ruhig in deinen unteren Bauch ein und atme frei und vollständig wieder aus.
  • Stelle dir vor wie sich Ruhe und Entspannung mehr und mehr in deinem ganzen Körper ausbreiten.
  • Lenke die Atmung in dein Becken, in deinen Unterleib. In den Bereich deines Kreuzbeines bis nach vorne ins Schambein, dem Sitz deines 2. Chakra.
  • Atme nun dort tief ein und atme vollständig wieder aus.
  • Deine Beckenorgane sind locker und gelöst. Mit jeder Ausatmung lass sich deinen ganzen Unterleib vollkommen entspannen.
  • Stell dir vor, dass dein Beckenraum von orangefarbenem Licht ausgefüllt ist. Dieses Licht weckt deine Lebensenergie und die Vitalität.
  • Bleibe gerne in der Stille oder nutze die nachfolgende Affirmation.

 

Welches ist die passende Affirmation für das 2. Chakra?

Deine Meditation kannst du auch mit einer Affirmation ergänzen. Mit Affirmationen kannst du deine Gedanken positiv beeinflussen. Du kannst während der Meditation z.B. denken: „ich bin kreativ“. Überlege dir, was du in deinem Leben erschaffen möchtest oder wo du dich festgefahren fühlst.

Du kannst dich auch fragen:

  • Habe ich einen guten Kontakt zu den Bedürfnissen meines Körpers?
  • Gebe ich meinem Körper, was er verlangt, z.B. Bewegung, Nahrung, Trinken, Fasten, Ruhe?
  • Habe ich einen guten Kontakt zu meinen Gefühlen und nehme ich meine Gefühle ernst?

Du magst Düfte und ätherische Öle?

Die positiven Schwingungen der ätherischen Öle übertragen sich auf uns und können unsere Laune positiv beeinflussen, z.B. helfen sie uns über negative Gedanken, depressive Stimmungen hinwegzukommen. Alltagssorgen und Niedergeschlagenheit können sich verflüchtigen. Du kannst leichter entspannen und erkennst die Schönheit des Augenblicks und des Lebens wieder.

Fülle zu deiner Yoga-Praxis für das zweite Chakra eines der folgenden Öle in deinen Diffuser oder eine Duftlampe und genieße vor, während oder auch nach deiner Yoga-Praxis den angenehmen Duft von Orange, Grapefruit oder Rose.

Wenn Du Dich näher mit den Yoga-Übungen zu den einzelnen Chakren beschäftigen möchtest, kann ich dir folgende weiterführende Literatur empfehlen:

Die wunderbare Yogalehrerin Wanda Badwal hat gerade ein neues Chakra-Buch herausgebracht. Chakra-Yoga: Die wichtigsten Übungen zu den 7 Chakren für mehr Klarheit, Energie und Heilung. Als Paperback ca. 25€ und als e-book: ca. 20€.

Wenn du das Thema spielerisch angehen möchtest, dann interessiert dich vielleicht: das Chakra-Harmoniespiel für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren. Kostet: ca. 30€ und ist auf der Empfehlungsliste 2021 – SPIEL DES JAHRES

Viel Spaß beim Üben
Deine Diana

Bildmaterial: ©Anastasia Popova@fotolia.com

3 Kommentare
  1. angelika tomaselli sagte:

    Als Yogalehrerin bin ich Dir im Moment sehr dankbar für Deine tolle, nicht zu sehr abstrakte Beschreibung der Chakren. Ich möchte sie in Zukunft vermehrt in meine Stunden (Altersstufe 60+/-) einbauen. Empfehlenswert ist meiner Ansicht nach auch das kleine Büchlein „Kundalini Yoga“ von Anand Kaur Seitz. Man glaubt gar nicht wie sehr sich gerade ältere Leute für dieses Thema interessieren.

  2. Diana sagte:

    Hallo Diana,

    vielen Dank für Dein Lob. Es gibt unglaublich viele Informationen über Chakren. Meist allerdings sehr abstrakt. Schön, wenn mir es gelingt es etwas „alltagstauglicher“ und praxisnaher zu formulieren.
    An dieser Stelle, möchte das Lob an meine Lehrerin QBI weitergeben, von der ich den Großteil meines „Chakrenwissens“ erworben habe.

    Namasté
    Diana

  3. Diana sagte:

    Danke für diese ausführliche Beschreibung der Chakras.Dies ist z.Zt. genau mein Thema. Ich freue mich schon auf das Manipura-Chakra.Ein dickes Lob für Deine Seite. Deine Artikel sind für mich interessant und lehrreich.Ich wünsche Dir noch eine schöne Adventszeit. Herzlichen Gruss aus Berlin

    Diana
    Om Shanti

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