Tipps und Verhaltensregeln für Online-Yoga

 

Wenn du zu einem Präsenz-Yoga-Unterricht gehst, gibt es meist einen klaren Ablauf, über den du wahrscheinlich schon gar nicht mehr nachdenkst, der dir einfach geläufig ist.

Wahrscheinlich läuft es in etwa so ab: Der Yogalehrer ist meistens schon da, oder jemand der dich eincheckt. Du ziehst dich um, falls noch nicht geschehen und suchst dir einen Platz wo du deine Yogamatte ausrollst. Vielleicht triffst du noch einen Mityogi mit dem du dich kurz unterhältst oder der Yogalehrer unterhält sich mit dir oder der gesamten Gruppe. Dann geht der Yoga-Unterricht los. Nach der Entspannung, bzw. Meditation, packst du deine Matte wieder ein, ziehst dich wieder um. Unterhältst dich vielleicht noch nett und bedankst dich bei dem Yogalehrer für die Yoga-Stunde, bevor du wieder gehst.

Aber wie läuft das Ganze nun bei einer Online-Yoga-Stunde ab?

Eigentlich ist der Ablauf ganz ähnlich aber in etwas anderer Reihenfolge. Wahrscheinlich ziehst du dich zuerst um und richtest deinen Yoga-Platz her: Yogamatte ausrollen, evtl. Hilfsmittel bereitlegen.

Dann loggst du dich ein. Ein Prozess, der eigentlich ganz einfach ist, aber doch manchmal so seine Tücken hat.

Es kann passieren, dass du evtl. schon vor dem Yogalehrer online bist. Je nachdem wie die Einstellungen bei dem gewählten Streaming-Dienst sind, wirst du in einen virtuellen Warteraum geleitet und wartest bis dir der Yogalehrer die imaginäre Tür öffnet oder er erwartet dich schon.

Du entscheidest dich, ob du deine Kamera einschaltest oder nicht. Ist das überhaupt relevant? Aus Sicht des Yogalehrers ist es wesentlich angenehmer, wenn man die Teilnehmer sehen kann, ähnlich wie im Präsenzkurs. Man fühlt sich als Yogalehrer nicht so alleine und kann während des Unterrichts besser auf die Teilnehmer eingehen. Also, evtl. einen Gang runterschalten, wenn sich alle in der Kindhaltung befinden oder noch ein paar zusätzliche Anweisungen geben, wenn er sieht, dass die Umsetzung anders ist als gedacht.

Außerdem bekommt der Yogalehrer so auch indirekt Feedback, ob die eigene Technik noch funktioniert oder ob alle schon abgeschaltet haben.

Apropos Technik:

Funktioniert Kamera und Mikro?

Sollte der Yogalehrer fragen, ob du ihn oder sie gut hören und sehen kannst, dann gib bitte immer(!) Feedback. Das geht bei eingeschalteter Kamera, indem du mal den Daumen nach oben zeigst oder mit dem Kopf nickst. Bei ausgeschalteter Kamera im Chat ein kleines o.k. oder die 1 eingeben. Das hilft wirklich sehr.

Bitte denke nicht: „Ach das können die anderen machen“, denn wenn das jeder denkt, passiert auch gar nichts.

Bevor es losgeht, schaltet der Yogalehrer alle Teilnehmer stumm. Das sorgt dafür, dass die Teilnehmer sich untereinander nicht stören, denn jedes Rascheln, Husten oder Seufzen würde sonst übertragen werden.

Sich später ins Meeting dazu schalten

Im Präsenzkurs ist das Zuspätkommen meistens nicht möglich, da die Tür schon abgeschlossen ist, aber online ist das technisch gar kein Problem.

Für dich ist es natürlich entspannter, wenn du von Anfang an dabei bist. So erfährst du um was es in der heutigen Yoga-Stunde geht. Du hast Zeit, um auf deiner Matte anzukommen und dich aufs Yoga Üben einzustellen. Sollte es dennoch einmal vorkommen, das du verspätet bist, dann schalte dich in jedem Fall sofort nach dem Eintreten ins Meeting stumm, sonst hören alle Teilnehmer nicht mehr den Yogalehrer, sondern dich. Meistens wird dann auch dein Bildschirm auf volle Größe eingeblendet. Und so wird dann aus dem sich heimlich einschleichen ein großes „Hallo“, das du eigentlich vermeiden wolltest 😉 Das kann mal ganz lustig sein, aber auf Dauer ist das ganz für die anderen Teilnehmer ganz schön nervig.

Technische Schwierigkeiten während der Stunde

Auch bei den Yogalehrern können immer mal technische Probleme während der Stunde auftreten. Das Mikro fällt aus, die Internetverbindung bricht zusammen, etc. Auch hier, sei so nett und mache dich dann unmittelbar bemerkbar. Schalte ggf. deine Kamera wieder ein und winke in die Kamera. Wenn das nur einer macht, kann das untergehen, wenn es viele machen, kann die Störung ganz schnell behoben werden und die Yoga-Stunde kann sofort weitergehen.

Sich früher aus dem Meeting ausklinken

Hast du schon mal vor Savasana die Yoga-Stunde verlassen? Die meisten Yogalehrer werden versuchen das zu verhindern. Warum? Du lässt dir das Wichtigste entgehen und störst im Präsenzkurs die ganze Gruppe. Online denkst du evtl. das merkt ja keiner.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, doch. Das Meeting-Programm zählt automatisch die Teilnehmer und da fällt es durchaus auf, wenn am Ende einer oder zwei Teilnehmer fehlen.

Manchmal kann man es aber vielleicht nicht verhindern, da der Postbote klingelt, die Kinder etwas wollen, etc.
Mein Tipp: ist schon vorher bekannt, dass du früher gehen musst, dann sage vorher Bescheid, so wie du das im Präsenzkurs auch machen würdest. Im Chat einfach eine private Nachricht an den Yogalehrer schicken und alles ist paletti. Oder schreibe ihm hinterher, warum du früher gehen musstest. Das ist einfach netter und erspart dem Yogalehrer einige Gedanken.

Nach der Online-Stunde ist meistens noch Zeit, um Fragen zu beantworten. Traue dich Fragen zu stellen, wenn du welche hast. Schalte dazu gerne dein Mikro wieder ein. Jeder Yogalehrer freut sich über Feedback, gerne schriftlich im Chat oder mündlich so fern vorgesehen.

So wird aus dem Online-Yoga zwar immer noch kein Präsenzkurs. Aber die wichtige menschliche Komponente kann so mehr in den Mittelpunkt gerückt werden.

Was war bisher dein lustigster Moment beim Online-Yoga? Ich freue mich über deinen Kommentar.

Namasté
Deine Diana

P.S. Mein lustigster Moment: ich war Teilnehmerin und in den letzten 10 Minuten der Yogastunde kam die kleine Tochter des Yogalehrers ins Zimmer. Das an sich ist noch nicht wirklich lustig, aber als der Papa in der Planke war, hat sie die Gunst der Stunde genutzt und sich auf seinen Rücken gesetzt und festgehalten und sie ist erst wieder abgestiegen als die Yoga-Stunde vorbei war. Da musste der Papa mit ganz schön zusätzlichem Gewicht üben und auch die Balance halten – sehr süß.

1 Kommentar
  1. Beatrice sagte:

    Liebe Diana
    Vielen Dank für die guten Hinweise betreffend online-Yoga. Vieles wird als selbstverständlich angesehen, ist es aber nicht. Ich praktiziere regelmässig Online-Yoga in der Schweiz und musste meine Yogalehrerin einmal darauf aufmerksam machen, dass sich die anderen Yogis doch bitte PÜNKTLICH einloggen. Es ist nervig, wie du es beschrieben hast, wenn sich einer oder sogar mehrere verspätet einloggen, wenn möglich noch husten und dann den Yogaklotz lautstark fallen lassen – damit wird der Yogabeginn empfindlich gestört und in einem Präsenzkurs vor Ort störte mich das auch immer, die ewig Zuspätkommenden.

    Mein lustigster Moment aber war, als eine Yogini vor der Kamera unvorteilhaft und ungewollte ihren entblössten Bauch präsentierte, in einer Asana, die ihr sichtlich schwer fiel und da wir alle nach vorne schauen mussten, bekamen wir den nahe der Kamera hängenden Wulst optisch alle mit… ihre Kamera war leider so schief eingestellt, dass wir ihre Speckrolle vor der Linse hatten und die Gute hat nichts gemerkt… Seither achte ich mich vermehrt auf die Position meines Laptops, im Zweifelsfall lieber einen halben Meter weiter von mir aufgestellt…

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