Die 6 yogischen Reinigungstechniken

Die 6 yogischen Reinigungstechniken Shatkrama

In allen spirituellen Traditionen wird die Bedeutung von körperlicher und geistiger Reinigung als wichtige Voraussetzung auf dem spirituellen Weg betont. In der westlichen Welt kennen wir vor allem das Fasten.

Um früher in den Ashram eintreten zu dürfen, mussten die Schüler die traditionellen Reinigungsübungen durchführen, um Blockaden zu lösen und einen freien Energiefluss zu ermöglichen.

Die Schriften besagen, dass das reine Selbst durch Schleier verdeckt werden. Durch die Reinigungspraktiken Shatkrama (6 Handlungen) werden diese Schleier transparent und unser wahres Selbst kann zum Vorschein kommen.

Heutzutage kann es sinnvoll sein, sich diesem uralten Wissen wieder zu widmen, denn trotz neuen medizinischen Wissens und Entwicklungen gibt es immer mehr chronische Krankheiten.

Warum übernehmen wir nicht selbst wieder die Verantwortung für unsere Gesundheit?

Was bedeutet Shatkrama?

Shatkrama beinhaltet 6 verschiedene Reinigungstechniken, die das gesamte Energiesystem des Körpers ausbalancieren:

  1. Dhauti: Die Reinigung des Verdauungstraktes
  2. Basti: Die Reinigung über den Dickdarm
  3. Neti: Die Reinigung der Nase
  4. Tratak: Die Reinigung der Augen
  5. Nauli: Die Reinigung und Aktivierung des Energiesystems
  6. Kapalabhati: Die Reinigung über die Lungen

Die „einfachen“ Reinigungstechniken, die jeder in seinen Alltag integrieren kann, stelle ich Dir vor:

Jala Neti: die yogische Nasenreinigung

Jala Neti
Mit einer Nasenspülung löst Du auf sanfte Weise störende „Verstopfungen“, wie Staub, Schmutz, überflüssiges Sekret und auch Pollen.
Bei regelmäßiger Anwendung wird Deine Schleimhaut stimuliert und gekräftigt sowie die natürliche Abwehrfunktion unterstützt. Und wenn die Pollen erst mal aus der Nase sind, lässt auch das lästige Jucken nach.

So geht’s:
Einfach etwas lauwarmes Wasser und Salz (gibt es schon fertig in Portionstüten), in die „Nasendusche“ einfüllen. Das Wasser darf nicht zu warm oder zu kalt sein, sonst wird es etwas unangenehm.
Die schnabelähnliche Öffnung anschließend sanft an ein Nasenloch anlegen. Den Kopf leicht schräg über das Waschbecken halten und den Mund etwas öffnen. Du musst nichts weiter tun. Das Wasser läuft automatisch durch ein Nasenloch rein und durch das andere wieder raus. Atme dabei entspannt durch den Mund. Danach reinige das andere Nasenloch.
Und zur Pflege hinterher ein paar Tropfen Sesamöl in die Nase einreiben.

Das ist für mich die beste Prävention gegen Erkältung und während der Erkältung.

Tratak:  die Reinigung der Augen

Tratak – die yogische Augenreinigung

Bei Tratak versucht man einen Gegenstand zu fixieren, ohne dass man zwischendurch zwinkert. Der Effekt ist, dass die Augen irgendwann beginnen zu tränen und sich so selbst reinigen. Wir starren zwar im Alltag gerne mal stundenlang auf den Bildschirm oder Handy, doch das hier hat eine ganz andere Wirklung.

Du willst das ausprobieren?

In meinem Blog-Artikel „Augenyoga“ findest Du die ausführliche Anleitung.

Kaphalabhati: die Reinigung über die Lungen

 

Kapalabhati - das Schädelleuchten
Kapalabhati ist eine Atemübung (Pranayama) und eine Reinigungstechnik zugleich. Kapala bedeutet Schädel und Bhati bedeutet leuchten. Kapalabhati bedeutet also leuchtender Schädel.
Im Power-Yoga wird Kapalabhati meist als Pranayama vor den eigentlichen Yoga-Übungen ausgeführt. Es ist eine sanftere Version des Feueratems, den Du vielleicht aus dem Kundalini-Yoga kennst.

Beim Kapalabhati, dem Schädelleuchten liegt der Schwerpunkt auf der Ausatmung. Der Brustkorb wird dabei nicht bewegt und es gibt nur eine passive Einatmung. Der Bauch (rund um den Nabel) wird bei der Ausatmung in Richtung Wirbelsäule gezogen und bei Loslassen der Bauchspannung erfolgt die automatische Einatmung. Es wird eine Art Vakuum in der Lunge gebildet, die dann automatisch die Luft einsaugt, um den Luftdruck wieder auszugleichen.
So geht’s:

  • Bevor Du startest, putz Dir noch einmal die Nase oder mach zuvor eine Nasenspülung (Jala-Neti).
  • Setz Dich dann in einen aufrechten Sitz, z.B. Schneidersitz (Sukhasana) oder eine ähnliche Yoga-Pose.
  • Atme noch einmal tief ein und noch einmal aus.
  • Atme nun halb ein zu Beginn.
  • Stoße die Luft durch die Nase aus, indem Du die Luft mit der Bewegung Deiner Bauchmuskeln aus dem Bauch herausdrückst. Ziehe dabei Deinen Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule. Stelle Dir vor, Du wolltest über Deine Nasenlöcher die Kerzen auf einem Geburtstagskuchen ausblasen. Versuche pro Sekunde eine Ausatmung zu erreichen.
    Die nächste Einatmung kommt ganz natürlich.
  • Wiederhole das Ausstoßen der Luft für ca. 20 Mal. Dann mache eine Pause und atme 5-10 Mal ganz normal ruhig und tief.
  • Starte dann mit einer zweiten Runde. Atme wieder halb ein und stoße dann die Luft durch die Nase wieder aus.
  • Du kannst die Schnelligkeit variieren, indem Du die Menge an Luft, die Du zu Anfang eingeatmet hast, verringerst oder erhöhst. Je weniger Luft Du einatmest, desto schneller kannst Du die Luft ausstoßen.
  • Übe immer 3 Runden. Starte ruhig mit weniger Luftstößen und mit ein wenig Übung, kannst Du die Anzahl von 20 auf 50 oder sogar mehr steigern.

Besondere Hinweise:
Wenn Du noch nie Kapalabhati gemacht hast, lass ihn Dir bitte vorher von Deinem Yoga-Lehrer einmal zeigen. Diese Anleitung ist lediglich zur Vertiefung oder als Wiederholung gedacht, wenn man Kapalabhati schon gemacht hat.
Solltest Du Engegefühle in der Kehle oder dem Bauch bekommen, höre mit der Übung umgehend auf!
Kapalabhati sollte auch nicht direkt nach dem Essen geübt werden und auch nicht während der Menstruation oder Schwangerschaft. Die Kontraktion der Bauchmuskeln könnte in dieser Zeit unangenehm sein. Menschen mit Herzbeschwerden oder hohem Blutdruck sollten Kapalabhati gänzlich vermeiden.

Vorteile:
Man kann Kapalabhati durchaus als Kaffee-Ersatz, sozusagen als „Wake-Up“-Übung einsetzen oder immer dann, wenn Du Dich müde oder lethargisch fühlst. Regelmäßig ausgeführt stärkt es Deine Bauchmuskeln.
Kapalabhati reinigt die Nasennebenhöhlen mit seinen schnellen Luftstößen durch die Nase. Es reinigt die Lunge und stärkt das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskeln.

Welche der 3 vorgestellten Techniken hast Du denn schon ausprobiert? Oder machst Du davon sogar etwas regelmäßig?

Übst Du Nauli, Dauti oder Basti vielleicht sogar ab und an? Was sind Deine Erfahrungen?

Namasté
Diana

3 Kommentare

  1. German

    Es ist faszinierend zu sehen, wie in verschiedenen spirituellen Traditionen die Bedeutung von körperlicher und geistiger Reinigung hervorgehoben wird, um einen freien Energiefluss zu ermöglichen. Die Shatkarma-Praktiken, die sechs verschiedene Reinigungstechniken umfassen, bieten einen umfassenden Ansatz zur Harmonisierung des Energiesystems des Körpers. Angesichts des Anstiegs chronischer Krankheiten in unserer modernen Welt könnte es lohnenswert sein, sich wieder diesem alten Wissen zuzuwenden und selbst Verantwortung für unsere Gesundheit zu übernehmen.

  2. Diana

    Genau das sollte der Artikel aussagen. Das hast Du gut noch einmal kurz zusammengefasst.
    Schönen Tag
    Diana

    P.S. Den Casinolink, habe ich übrigens gelöscht, da dieser nichts mit meinem Blog zu tun hat. Merkst du selbst ;-)

  3. Hubbi

    Der Hinweis war sehr gut, dass es einen Unterschied gibt, aufs Handy zu starren oder auf ein Licht. Es ist einen gar nicht bewusst, dass mit dieser Technik die Augen sich selbst reinigen. Das hilft vielleicht auch, nicht nur die Brille weniger zu benutzen, sondern auch das Lasern aufzuschieben.

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Namasté

Ich bin Diana, Yoga-Enthusiastin und Bloggerin.

Hier schreibe ich über mein Leben als leidenschaftliche Yogini auf und neben der Yogamatte.

Viel Spaß beim Lesen!

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