Ist Yoga eine Religion?

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Alle Yogis und Yoginis die ich kenne, behaupten, dass Yoga keine Religion ist, ich übrigens auch. Menschen, die sich Yoga erstmals nähern, sind oft unsicher. Wenn ich diesen Menschen dann erzähle, dass Yoga kein Sport und auch keine Religion ist, werde ich mit großen fragenden Augen angesehen.

Was ist Yoga dann?


Die meisten von uns machen Yoga in ihrer Freizeit. Ist Yoga dann ein Hobby? fragen sie. Und was ist, wenn man mehr als einmal wöchentlich Yoga macht, ist es dann Leidenschaft?

Yoga ist Vieles aber vor allem eines, nämlich eine spirituelle Praxis mit vielen Facetten. Spiritualität, ein Wort, vor dem ich mich lange hartnäckig mit Händen und Füßen gesträubt habe. Aber Yoga ohne Spiritualität ist tatsächlich nur Gymnastik; das weiß ich heute. Der körperliche Teil ist nämlich nur ein Teilaspekt des Yoga. Die Asanas dienen lediglich dazu den Körper auf die Meditation vorzubereiten.

Was ist aber der Unterschied zwischen Religion und Spiritualität?
Spiritualität, ist für mich etwas ganz Persönliches und hat mit dem eigenen Innenleben und dem Geist zu tun. Wer bin ich? Und was ist der Sinn des Lebens?
Religion hingegen ist meiner Meinung nach eher extern organisiert, verpflichtend, manchmal auch zwanghaft oder sogar dogmatisch, je nach Religionsrichtung.

Auch wer in erster Linie beim Yoga „nur“ etwas für seinen Körper und Gesundheit tun möchte, wird über die Zeit auch Vorteile für die Seele, z.B. in der Meditation sehen. Vielleicht wirst Du auch eine Persönlichkeitsveränderung feststellen. Die Achtsamkeit und das Bewusstsein, das wir in unserer Yoga-Praxis entwickeln, hat durchaus auch Einfluss auf unser Alltagsleben. Gefühle wie Dankbarkeit und Mitgefühl werden stärker und das Interesse am Warum. Hinterfragen, statt einfach hinnehmen.

Welche spirituellen Erfahrungen hast Du gemacht, seit dem Du Yoga übst? Was hat sich bei Dir verändert? Hast Du Veränderungen bei anderen Yogis und Yoginis festgestellt?
Teile Deine Erlebnisse mit den anderen Leser(innen) und schreibe einen Kommentar.

Namasté
Deine Diana

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8 Kommentare
  1. Jochen Gsell
    Jochen Gsell says:

    Liebe Diana,
    Vielen herzlichen Dank für deine persönliche Angaben betreffend „Was ist aber der Unterschied zwischen Religion und Spiritualität?“.
    Meine Frage ist: Was wäre Religion ohne Spiritualität? Hier geht es meiner Meinung nicht um den Unterschied sondern einen Teil vom Ganzen. Zum Beispiel: Wir können Suppe und Salz miteinander vergleichen, aber Satz bleibt ein Teil davon der ohne seine „Kraft“ (Wirkung) nichts taugt!

    Herzlichst
    Jochen

  2. Monika
    Monika says:

    Der Weg ist das Ziel – dieser Spruch ist sicher allen bekannt.
    Die Bezeichnung „Religion“ wird weitgehend für die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft (-richtung) benutzt.
    Das Wort Religion geht zurück auf „religio“ (lateinisch) – so weit es mir bekannt ist – und bedeutet „Rückverbindung“ (zu unserem Ursprung). Demnach ist also auch YOGA Religion – allerdings ohne dass es einer Aufnahme in eine (vereinsähnliche) Glaubensgemeinschaft bedarf. 🙂

    NAMASTE

  3. Luisa
    Luisa says:

    Ich denke das muss jeder für sich selbst definieren ob Yoga für ihn eine Religion ist oder nicht. Ich persönlich verbinde Religion immer mit einer Gottheit. Ich weiß das der Begriff Religion eher abstrakt ist und auch nichts mit Beten und Gott zu tun haben muss. Ich kann nur für mich sprechen, dass Yoga für mich keine Religion ist sondern eine Lebensform /-weise, so definiere ich das für mich 😉

  4. Sarah
    Sarah says:

    Also ich finde, dass Religion ein weit definierbarer Begriff ist. Auch was wir heutzutage als „Sekte“ bezeichnen, sind Religionen. Wir müssen es ja nicht immer verstehen. Ich untersuche gerade religionswissenschaftlich Yoga und da es ein lebenslanger Prozess ist und den Menschen hilft zu sich selbst zu finden, kann man es dann nicht mit einer Religion gleichsetzen? Wenn man täglich Yoga-Übungen macht, kann man das nicht mit täglichen Gebeten gleichsetzen? Warum schrecken Leute davor zurück den Begriff Religion zu benutzen? Ihr lebt Yoga ja anscheinend, so wie ich das aus euren Kommentaren entnommen habe. Und ich finde, dass die „Religionen“ (sagen wir mal Christentum, Judentum, etc.c) auch gelebt werden. Religion ist so ein abstrakter Begriff und kann daher auch mit Lebenweise oder Lebensform gleichgesetzt werden. Leider wird das nur immer falsch verstanden.
    Beispielsweise kann man heutzutage (laut einer Studie) auch Fußball als Religion bezeichnen.
    Damitwollte ich einfach nur zeigen oder sagen, dass Religion wirklich ein abstrakter weit zu fassender Begriff ist und dass man nicht einfach sagen kann dass Yoga keine Religion ist!

  5. Luisa
    Luisa says:

    Ich habe Yoga vor 3 Jahren entdeckt. Allerdings war bei mir anfangs nur das Körperliche im Vordergrund. Ich hatte durch meinen Beruf starke Rückenprobleme. Yoga hat dazu geführt, dass sich mein Rücken nicht mehr so verspannte. Ich gewann ein neues Körpergefühl, meine Haltung wurde besser, mein Gleichgewichtssinn und meine Konzentration wurden von mal zu mal besser. Nach einem Jahr merkte ich, dass Yoga viel bewirkt hatte, nicht nur körperlich sondern auch das Bewusstsein zu mir selbst. Ich habe gelernt endlich auch an mich zu denken, all den Stress und all das andere hinter mir zu lassen. Doch was bedeutete ,,Mich“? Ich habe all die Jahre durch all den Stress und den Anforderungen völlig vergessen wer ich eigentlich wirklich bin. Ich habe mich selbst unterdrückt, mich selbst in dieser Chaos-Suppe verloren. Yoga hat mir gezeigt, welche Wege ich gehen kann um mich besser kennen zu lernen, meine Umwelt und meine Lebensart bewusster wahrzunehmen. Das ist toll! Jetzt erst merke ich was ich durch Yoga gewonnen habe! Ich bin erst 26, aber es ist toll, wenn ich bedenke wie viele Jahre meines Lebens ich noch mit Yoga verbringen darf.
    Ein weiter Knackpunkt wo Yoga bei mir etwas spiritueller wurde, war das Geschenk einer Freindin.
    Sie schenkte mir das Yoga-Lehrbuch von Gerhard-Pflug. Das ist einfach nur wunderbar geschrieben!

  6. Diana
    Diana says:

    Liebe Marlen,

    Danke für Deinen wirklich tollen Kommentar.

    Ja, Yoga ist ein lebenslanger Prozess, der einen in jeder Sekunde des Lebens begleitet.

    Ich habe für mich festgestellt, dass es für mich besser war, ganz langsam und behutsam darin einzutauchen und nun auch darin aufzugehen, anstatt mich gleich vom 10-Meter Turm zu stürzen und zu ertrinken.

    Ich freue mich, dass Du Dich von Yoga hast begeistern lassen und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg
    Diana

  7. Marlen
    Marlen says:

    Seit wenigen Monaten versuche ich Yoga mit all seinen Facetten für mich zu erschließen. Sehr schnell durfte ich einsehen, dass das kein Projekt für einige Tage oder Wochen wird. Yoga zu erfahren ist für mich zu einem Prozess geworden. Darin werde ich Stück für Stück erleben, wie Asanas, Pranayama und Meditation auf meinen Körper und Geist wirken.

    Den Schwerpunkt kann jeder für sich setzen und damit jederzeit neu bestimmen. So wie es auch Du gemacht hast, Diana. Du hast das Wort Spiritualität – das auch für mich noch schwer fassbar ist – für dich neu definiert.

    Yoga ist für mich körperliche und geistige Entwicklung. Wohin die Reise führt? -Das darf ich noch herausfinden. Der Weg jedenfalls führt sich gut und richtig an.

    Namasté

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Vorurteile haben. Viele übersetzen Spiritualität einfach mit Religion. Wenn man dann sagt, dass Yoga keine Religion ist, man aber die Hände in Gebetshaltung (Namasté) bringt und ein Om singt, sind manche Menschen […]

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