Yoga Etiquette

Yoga-StundeGehört Yoga zu einem Deiner Vorsätze für 2012? Dann erstmal herzlichen Glückwunsch – eine sehr gute Entscheidung.

Dann wirst Du sicherlich auch bald Deinen ersten Schritt in eine Yoga-Stunde setzen.
Da Du vielleicht unsicher bist, ob Du alles richtig machst, gebe ich Dir einige Hinweise mit auf den Weg. So kannst Du Dich ganz auf Dich und Dein Yoga konzentrieren.

  1. Komme pünktlich und bleibe bis zum Schluss
    Beim ersten Mal bietet sich an, ca. 15 Minuten vor Beginn der Stunde anzukommen. So bleibt noch genug Zeit, um sich dem Yogalehrer vorzustellen und etwas über Deine körperlichen Voraussetzungen (z. B. Schwangerschaft, Bandscheibenvorfall, Asthma,…) zu erzählen.
    Bitte habe Verständnis, dass aus Rücksicht auf andere Yogis oft während einer laufenden Yoga-Stunde kein Einlass mehr erfolgt. Die Endentspannung gehört zu den wichtigsten Teilen einer Yoga-Stunde, die Du wirklich nur in „Notfällen“ ausfallen lassen solltest.
  2. Schuhe aus
    Yoga wird grundsätzlich barfuss geübt. Daher ziehe beim Betreten des Yoga-Studios sofort die Schuhe aus, damit Du nicht unnötigen Schmutz in den Raum bringst. Den hast Du sonst später selbst unter den Füßen 😉
  3. Was ziehe ich bloß an?
    Am besten Du trägst bequeme Kleidung, die sich gut dehnt und nicht zu weit ist. Für die Entspannung empfehlen sich Socken und eine Sweat-Jacke oder Decke.
  4. Minimalismus
    Bitte lass unnötige Dinge wie Taschen, Schmuck, Handy, und Ähnliches im Umkleideraum oder lege es an den Rand des Kursraums, damit der Yogalehrer nicht darüber stolpert.
  5. Trinken gegen den Durst
    Bitte trinke erst NACH dem Yoga-Unterricht. Tue es für Deinen Körper und Deinen Geist. Trinken während der Stunde lenkt nicht nur Dich, sondern auch die anderen Teilnehmer ab. Nimm bitte Rücksicht. Ausnahmen sind hier Bikram-Yoga oder Hot-Yoga und Kundalini-Yoga.
  6. Ordnung ist das halbe Leben
    Versorge Dich vor der Stunde mit allen benötigten Yoga-Hilfsmitteln. Nach dem Yoga-Unterricht, räume sie bitte ordentlich in die jeweiligen Regale zurück.
  7. Wer ist der Beste?
    Yoga ist weder nur Entspannung noch reiner Sport. In 90 Minuten sollst Du mit Spaß zum Schwitzen kommen und dabei Körper und Geist vereinen, während Du Dich auf das Atmen konzentrierst. Hier ist kein Platz für Ego und Wettbewerbsgedanken. Lass Deinen Kampfgeist am besten vor der Tür.
  8. Die Last mit der Rast
    Gib Dein Bestes, aber überfordere Dich nicht. Gehe stets liebevoll mit Dir und den anderen Yogis um. Mache eine Pause, wenn Du aus der Puste gerätst. Es ist nicht nur normal, sondern auch gut, wenn Du mal eine Yoga-Übung früher beendest, wenn Du nicht mehr kannst. Nutze die Kindshaltung und steige wieder ein, wenn Du Dich danach fühlst.
  9. Adieu Alltag
    Stress und störende Gedanken haben jetzt mal Pause. Genieße das angenehme Gefühl etwas für Dich und Deine Gesundheit zu tun. Der rauchende Kopf kühlt mal ab. Am besten Du verzichtest direkt vor und nach der Yoga-Stunde auch auf das Rauchen.
  10. Fragen? Fragen!
    Immer dann wenn Du etwas nicht verstehst, frage! Der perfekte Zeitpunkt dafür ist vor oder nach der Yoga-Stunde. Wenn es passt, natürlich auch während der Stunde.

Hast Du vielleicht noch weitere Tipps oder Regeln, die es besser zu beachten gilt? Dann freue ich mich über Deinen Kommentar.

Viel Spaß bei Deiner ersten Yoga-Stunde
Deine Diana

Bildquelle: istock.com/Goldfaery

17 Kommentare
  1. Leonie sagte:

    Ich verstehe natürlich, was du meinst. Aber ich habe jetzt noch nie erlebt, dass jemand deswegen wirklich bereit war zu gehen. Das fände ich auch ganz schön extrem. Klar zeigen manche Leute ihre Füße nicht so gerne, aber dass man jetzt deswegen das Studio verlässt, finde ich dann doch schwer vorstellbar.
    Das mit dem Bloßstellen sehe ich jetzt eigentlich auch nicht so. Es sind ja alle barfuß und damit alle im selben Boot. Es sind ja von allen die Füße sichtbar, inklusive Yogalehrerin. Ich sehe es wie gesagt eher umgekehrt so, dass man die anderen so ein bisschen bloßstellt, wenn man sich da rausmogelt und die Socken anlässt. Mal ganz abgesehen davon, dass Socken auch echt unhygienisch sein können, gerade im Sommer. Daher würde ich es schon als eine Frage der Rücksichtnahme sehen und nicht als etwas, was jeder für sich entscheiden sollte. Es gibt ja auch zu anderen Punkten klare Regeln in den meisten Yogastudios und die sind ja auch nicht optional. Also z.B. wäre es ja auch nicht erlaubt, wenn jemand unbedingt seine Straßenschuhe beim Yoga anlassen wollen würde. Ich finde das total vertretbar, einfach zu sagen, mit den Socken machen wir es so und haltet euch bitte alle daran. 🙂
    LG Leonie

  2. Diana sagte:

    Liebe Leonie,

    vielen Dank für deine Kommentar. Ich sehe das eigentlich genau wie du. Ich unterrichte immer barfuß. Socken verhindern das die Füße atmen können, dass sie sich richtig bewegen. Man hat in Socken keinen richtigen Stand und die Füße brauchen genauso viel Aufmerksamkeit wie der Rest des Körpers.
    Aber soll man als Yoga-Trainer wirklich jemand vor die Tür setzen, bloß weil er die Socken nicht auszieht? Gerade wenn er das erste Mal da ist? Da stellt man jemanden bloß und das ist auch nicht der richtige yogische Weg. Manche Menschen brauchen einfach etwas Zeit.
    Also berichte ich immer wieder mit Engelsgeduld von den positiven Eigenschaften und empfehle die Socken auszuziehen. Aber wie gesagt, ich zwinge niemanden.
    Namasté
    Diana

  3. Leonie sagte:

    Wenn ich mich mal kurz einschalten darf: Ich war nun schon bei verschiedenen Yogakursen dabei und muss sagen, dass ich das mit dem Socken ausziehen gar nicht anders kenne. Das wurde eigentlich immer so verlangt, entweder schon am Anfang der Stunde oder nach dem Aufwärmen. Ich fände es anders aber auch blöd, wenn ich ehrlich bin. Einmal denke ich, wenn man Yoga machen will, muss man sich auch auf die Regeln einlassen und zu den Regeln gehört es eben auch, barfuß zu sein. Ich würde sogar sagen, Yoga mit Socken ist kein richtiges Yoga (und ja, ich habe es anfangs auch mit Socken ausprobiert).
    Es ist aber für mich nicht nur eine Frage des Respekts vor Yoga an sich, sondern auch eine des Respekts vor den anderen Teilnehmenden. Es sind ja normalerweise alle barfüßig auf der Matte, es begeben sich also alle in diese unter Umständen leicht unangenehme Situation, ihre Füße zu entblößen. Wenn dann eine Person sich dem verweigert, macht es das den anderen auch wiederum schwerer, damit umzugehen. Daher finde ich es einfach angenehmer, wenn in dieser Frage alle gleich sind.
    Soll jetzt keine persönliche Kritik an irgendjemandem sein, da ich es schon verstehen kann, wieso man sich damit auch schwer tut. Ich will nur sagen, meiner Meinung nach ist es richtig, wenn die Lehrer dazu eine klare Haltung haben und niemand sich um diesen Punkt herumwinden kann. War jedenfalls immer dankbar, wenn wieder ein Neuling mit Socken aufgetaucht ist, aber meine Lehrerin dann immer auf barfuß bestanden hat 🙂
    Aber du siehst das etwas anders, oder, Diana? Finde ich natürlich auch ok 🙂

    LG Leonie

  4. Annie sagte:

    Hallo Diana,
    Zwingen kann sie mich natürlich nicht, aber sie kann ja schon sagen, dass es Voraussetzung ist, um an ihrem Kurs teilzunehmen. Anscheinend ist es ihr einfach sehr wichtig und sie sieht es einfach als wichtigen Bestandteil von Yoga.
    Ich kann das auch nicht so richtig beantworten, warum es mir schwerfällt, die Socken auszuziehen. Es fühlt sich einfach nicht normal an, wenn die Füße nackt sind. Ich habe dann irgendwie das Bedürfnis, sie zu verstecken. Was aber natürlich im Yoga nicht möglich ist, da werden sie ja zwangsläufig gesehen, auch wenn außer der Yogalehrerin wahrscheinlich niemand so genau auf sie achtet.
    Das mit dem Grenzen überwinden verstehe ich schon auch. Also du meinst, dass Yoga mir helfen wird, zu mir selbst zu finden, auch indem ich lerne, das mit dem Socken ausziehen zu akzeptieren. Also würdest du sagen, dass es für mich dann vielleicht sogar erst recht sehr wichtig wäre, mich da zu überwinden und die Socken wegzulassen?
    LG und danke für die Beratung 🙂
    Annie

  5. Diana sagte:

    Liebe Annie,
    es kann dich niemand zwingen, die Socken auszuziehen, auch wenn es besser wäre. Gerade im herabschauenden Hund rutscht man mit Socken erheblich weg und da sind Socken auch ein Verletzungsrisiko.
    Zehensocken mit Noppen könnten evtl. eine Alternative sein. Mich selbst behindern sie aber auch beim Yoga und ich bevorzuge barfuß.
    Yoga heißt auch immer sich selbst hinterfragen, sich selbst kennenlernen. Frag dich doch mal selbst, was dich so vehement davon abhält die Socken auszuziehen.
    Du könntest es auch als Chance sehen, deine eigenen Grenzen zu überwinden und mal was Neues auszuprobieren 😉
    Ich bin sicher, dass du für dich eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten findest.
    Namasté
    Diana

  6. Annie sagte:

    Hallo Diana,
    Danke für den Blog-Artikel, er erklärt das ja noch mal ganz gut.
    Das mit den kalten Füßen ist tatsächlich kein Argument, jedenfalls ist mir dann sehr schnell warm geworden. Ich komme mir einfach nur etwas entblößt vor, wenn ich nackte Füße habe. Obwohl meine Füße zum Glück normal aussehen und natürlich immer gepflegt sind.
    Ich habe nun meine Lehrerin noch mal gefragt vor der letzten Stunde und sie hat schon gesagt, dass sie das von allen Teilnehmenden erwartet, dass sie ohne Socken mitmachen. Einfach weil die Füße beim Yoga eine wichtige Rolle spielen für den Stand und den Kontakt zur Erde und wenn sie zwischendurch umherläuft und sich ansieht was wir machen, müsse sie sich die Hände und Füße genau ansehen können. Daher sei es mit Socken leider nicht möglich. Und sie würde da nur bei bestimmten Krankheiten eine Ausnahme machen, was das Socken ausziehen angeht.
    Also sieht es wohl so aus als hätte ich da keine Wahl, oder was denkst du?
    Weißt du ob viele Yoga-Lehrer es so machen, dass sie darauf bestehen, dass man die Socken auszieht?
    Namasté
    Annie

  7. Diana sagte:

    Liebe Annie,

    die Begründung deiner Yogalehrerin ist durchaus korrekt. Ich habe vor längerer Zeit dazu auch mal einen Blog-Artikel geschrieben: https://www.diana-yoga.de/2010/03/yoga-und-socken/
    Ich selbst versuche meine Schüler auch dazu anzuregen sich von den Socken zu trennen, aber ich zwinge niemanden dazu.
    Viele Teilnehmer argumentieren, dass sie kalte Füße haben und sich erkälten könnten. Das ist aber Quatsch. Ich selbst habe auch oft kalte Füße, da ich barfuß unterrichte und auf kalten Böden umherlaufe und bin fast nie krank 😉
    Es ist vielmehr so, wenn sich unsere Füße frei bewegen können, die Durchblutung angeregt wird und sie dann auch wärmer werden.
    Lass dich doch einfach drauf ein und schau wie sich das Gefühl zu deinen Füßen verändert. Sie tragen uns ein Leben lang und wir schenken ihnen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Warum nicht mal beim Yoga?
    Namasté
    Diana

  8. Annie sagte:

    Hallo Diana,
    Ich war jetzt zum ersten mal beim Yoga und hatte mich vorher im Netz informiert, was man so zu erwarten hat. Da bin ich auf diese Seite gestoßen, die mir schon mal viel geholfen hat. Ich hatte auf der Matte erst mal mit Socken angefangen, aber im Verlauf der Stunde wurde ich dann aufgefordert, sie bitte auszuziehen. Damit hatte ich nicht gerechnet (ich dachte eher, es geht nur darum dass man keine Schuhe tragen darf) und war etwas peinlich berührt, dass ich nun auf einmal meine Füße zeigen musste. Die Lehrerin hat nachher auf Nachfrage gesagt, dass es um den Bodenkontakt gehe und außerdem dass sie genau sehen muss, was unsere Füße und Zehen machen, also ob wir den richtigen Stand haben. Daher sei es keine Option, die Socken anzulassen.
    Meine Frage jetzt, ist das denn üblich so? Und das geht dann vermutlich auch einfach nicht anders als diese Regel einzuhalten, oder?
    Ansonsten hat es mir aber sehr gut gefallen, hab mich schon lange nicht mehr so fit gefühlt wie danach…
    Herzliche Grüße, Annie

  9. Padmini sagte:

    Also im meinem Yogaunterricht darf getrunken werden und ich würde mir das auch nicht „verbieten“ lassen!

  10. Diana sagte:

    Hallo Tine,

    vielen Dank für Dein Lob und natürlich auch Deinen Kommentar.
    Eine sehr gute Ergänzung 🙂

    Namasté
    Diana

  11. Tine sagte:

    Liebe Diana!

    Erst einmal möchte ich dir für diese wirklich tolle Seite danken. Immer wieder finde ich neue interessante Beiträge, die meinen Horizont erweitern. Mach weiter so 🙂

    Einen Beitrag zur Etiquette habe ich auch noch: Bitte NICHT auf die Matten der anderen Kursteilnehmer oder YogalehrerIn treten/laufen! Das ist für mich ein absolutes „no go“.

    Liebe Grüße
    Tine

  12. without name sagte:

    ich finde es auch nicht schön wenn bei der abschließenden Entspannung geschnarcht wird.

  13. Shivarupa sagte:

    Hallo Diana,
    auch ein großes Kompliment von mir für Deine HOmepage
    und Deinen Newsletter. Die Themen finden ich immer
    äußerst interessant und motivieren mich für meine
    eigene Praxis, danke!

    Die Ergänzung mit dem Parfum finde ich auch sehr wichtig,
    ehrlich gesagt stört mich das häufig sehr, ich finde aber
    nicht den Mut die „Stinker“ ;-)) direkt darauf anzusprechen.

    Lieben Gruß
    Shivarupa

  14. no name sagte:

    Hallo, Diana,

    ich hätte noch eine Ergänzung, die mir ganz wichtig erscheint.

    11. Bitte verzichte auf Parfum.

    Namasté
    no name

  15. Diana sagte:

    Hallo Sandra,

    vielen Dank für Dein Lob, das mich sehr freut.

    Toll, dass Du Dich entschlossen hast, mit Yoga zu beginnen. Es wartet ein langer, toller und aufregender Weg auf Dich, bei dem Du sehr viel über Dich erfahren wirst.
    Ich wünsche Dir viel Motivation und Begeisterung bei Deiner Yoga-Praxis.

    Namasté
    Diana

  16. Sandra sagte:

    Hallo,

    habe Deine Seite gestern entdeckt. Sie ist super klasse. 🙂 Ich mache seit zwei Wochen erst Yoga. Mit der DVD von Susanne Fröhlich. Bin absoluter Anfänger und die DVD ist prima. Macht Spaß wieder Dehnung und Muskelaktivierung in den Körper zu bringen. Werde auch einen Yoga Kurs besuchen. Habe mich eben angemeldet. Freu mich und werde hier regelmäßig lesen.

    Sie Seite ist extrem informativ und auch optisch sehr super gemacht.

    Viel Glück und Erfolg im neuen Jahr!

    Sandra Cugier 🙂

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